Vitalstoffe bei Krebs: Was hilft, was schadet – und warum die Diskussion so schwierig ist
Darf man während einer Chemotherapie Vitamin C einnehmen? Ist Selen sinnvoll? Was ist mit Vitamin D, Magnesium, Zink oder Coenzym Q10? Und können Antioxidantien tatsächlich die Wirkung einer Krebstherapie abschwächen?
Wer an Krebs erkrankt, wird früher oder später mit solchen Fragen konfrontiert. Viele Patienten möchten ihren Körper zusätzlich unterstützen. Sie wollen besser durch die Behandlung kommen, Nebenwirkungen begrenzen und möglichst selbst etwas zu ihrer Genesung beitragen.
Das ist verständlich. Schließlich stellt eine Krebserkrankung erhebliche Anforderungen an den gesamten Organismus. Hinzu kommen Operationen, Medikamente und Bestrahlungen, die den Stoffwechsel, die Verdauung und den Ernährungszustand teilweise erheblich belasten können. Umso merkwürdiger erscheint es manchen Patienten, wenn ihnen von zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen grundsätzlich abgeraten wird. Tja… – da kann / darf man schon Fragen stellen – oder?
Auf der anderen Seite gibt es Anbieter, die mit hoch dosierten Vitalstoffen erstaunliche Behandlungserfolge versprechen. Teilweise entsteht der Eindruck, als ließe sich Krebs mit der richtigen Kombination aus Vitamin C, Selen und anderen Substanzen gezielt bekämpfen.
Zwischen diesen beiden Positionen liegt ein medizinisch ausgesprochen interessantes Forschungsgebiet!
Die eigentliche Frage lautet: Welche Vitalstoffe könnten bei Krebs hilfreich sein, welche sollten besser nicht zusätzlich eingenommen werden, und was wissen wir über mögliche Wechselwirkungen mit der onkologischen Behandlung?
Um Ihnen das aus meiner Sicht und auch aus Sicht der Studienlage darzulegen (so wie ich diese verstanden habe), ist dieser Artikel entstanden.
Legen wir los.
Warum Antioxidantien bei Krebs so umstritten sind
Um die Diskussion zu verstehen, muss man sich zunächst mit den sogenannten freien Radikalen beschäftigen. Dabei handelt es sich um besonders reaktionsfreudige Moleküle, die im Stoffwechsel entstehen. Zu ihnen gehören verschiedene reaktive Sauerstoffverbindungen, häufig als ROS (Reactive Oxygen Species) bezeichnet.
Solche Verbindungen können Zellmembranen, Eiweiße und die DNA schädigen. Ein dauerhaftes Übermaß an oxidativem Stress wird mit zahlreichen Erkrankungen in Verbindung gebracht, auch mit der Entstehung und Entwicklung bestimmter Krebserkrankungen.
Der menschliche Körper verfügt deshalb über ausgeklügelte Schutzmechanismen. Zu ihnen gehören Enzymsysteme wie die Glutathionperoxidasen, die Superoxiddismutase und die Katalase. Für die Funktion einiger dieser Systeme werden beispielsweise Selen, Zink, Kupfer oder Mangan benötigt.
Auch Vitamin C und Vitamin E beteiligen sich am antioxidativen Schutz.
Nun kommt allerdings die Besonderheit: Freie Radikale sind keineswegs ausschließlich schädlich. Sie erfüllen wichtige Aufgaben bei der zellulären Signalübertragung und bei der Immunabwehr. Außerdem nutzen bestimmte Krebsbehandlungen oxidativen Stress, um Tumorzellen zu schädigen.
Die Strahlentherapie beispielsweise erzeugt reaktive Sauerstoffverbindungen, die zur Zerstörung der Tumorzellen beitragen.
Und genau hier beginnt der Streit.
Wenn Antioxidantien aggressive Sauerstoffverbindungen abfangen können, könnten sie dann nicht auch Tumorzellen vor einer Behandlung schützen?
Biochemisch ist diese Überlegung durchaus nachvollziehbar. Allerdings wirken nicht alle Krebsmedikamente über denselben Mechanismus. Außerdem sind die Wirkungen von Antioxidantien im lebenden Organismus wesentlich komplexer, als es die einfache Vorstellung vom „Radikalfänger“ vermuten lässt.
Es reicht deshalb nicht, aus einem theoretischen Wirkmechanismus unmittelbar auf einen Schaden oder Nutzen für Patienten zu schließen.
Was Antioxidantien im Körper tatsächlich leisten, welche Substanzen dazugehören und warum eine hohe antioxidative Wirkung nicht automatisch einen gesundheitlichen Vorteil bedeutet, beschreibe ich ausführlich in meinem Grundlagenbeitrag: Antioxidantien: Wirkung, Lebensmittel und welche wirklich wichtig sind.
Eine viel beachtete Untersuchung aus dem Jahr 2007
Bereits 2007 veröffentlichte eine Forschergruppe um den amerikanischen Arzt Keith Block eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Cancer Treatment Reviews.
Die Wissenschaftler untersuchten, ob die zusätzliche Gabe von Antioxidantien den Erfolg einer Chemotherapie beeinflussen könnte.
Von ursprünglich 845 ausgewerteten Veröffentlichungen erfüllten 19 randomisierte kontrollierte Studien die Einschlusskriterien. Untersucht wurden unter anderem Glutathion, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, N-Acetylcystein und verschiedene weitere Substanzen.
Das Ergebnis war damals bemerkenswert: Keine dieser Studien zeigte eine statistisch signifikante Verschlechterung der Wirksamkeit der Chemotherapie durch die eingesetzten Antioxidantien. In mehreren Untersuchungen wurden sogar günstigere Ergebnisse hinsichtlich Tumoransprechen, Überlebenszeit oder Nebenwirkungen beobachtet.
Für die orthomolekulare Medizin war das ein wichtiges Argument. Schließlich wurde damit zumindest die pauschale Behauptung infrage gestellt, Antioxidantien würden zwangsläufig jede Chemotherapie behindern.
Allerdings hatten die Studien erhebliche Einschränkungen. Die Teilnehmerzahlen waren häufig klein, die untersuchten Krebserkrankungen unterschiedlich und die eingesetzten Substanzen kaum miteinander vergleichbar.
Die Autoren selbst forderten deshalb größere und methodisch bessere Untersuchungen.
Eine weitere Übersichtsarbeit derselben Forschergruppe von 2008 beschäftigte sich mit den Nebenwirkungen der Chemotherapie. Auch hier fanden sich Hinweise, dass bestimmte ergänzende Substanzen die Verträglichkeit verbessern könnten.
Das war interessant, aber noch kein Beweis dafür, dass Antioxidantien grundsätzlich sicher oder gar lebensverlängernd wären.
Was neuere Untersuchungen zeigen
Inzwischen liegen zusätzliche Daten vor. Und diese fallen keineswegs durchgehend zugunsten der Antioxidantien aus.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 begleitete 1.134 Brustkrebspatientinnen, die im Rahmen einer großen klinischen Studie eine Chemotherapie erhielten.
Frauen, die sowohl vor als auch während der Behandlung antioxidative Nahrungsergänzungen verwendeten, zeigten eine Tendenz zu einem erhöhten Rückfallrisiko. Die berechnete Hazard Ratio lag bei 1,41, wobei das Ergebnis die übliche statistische Signifikanzschwelle knapp verfehlte.
Auffällig waren außerdem Zusammenhänge zwischen der Einnahme bestimmter anderer Präparate, insbesondere Vitamin B12 und Eisen, und ungünstigeren Behandlungsergebnissen.
Nun muss man bei dieser Untersuchung etwas beachten: Die Nahrungsergänzungen wurden nicht zufällig zugeteilt. Die Frauen entschieden selbst, welche Präparate sie verwendeten.
Es handelt sich also um eine Beobachtungsanalyse innerhalb einer klinischen Studie. Solche Daten können wichtige Warnsignale liefern, beweisen aber nicht, dass die betreffenden Präparate die schlechteren Ergebnisse verursacht haben.
Trotzdem wäre es falsch, diese Resultate einfach zu ignorieren.
Eine weitere, 2024 veröffentlichte Übersichtsarbeit untersuchte 24 systematische Reviews zur Anwendung antioxidativer Nahrungsergänzungen während der Krebstherapie.
Das Ergebnis: Die Studienlage war ausgesprochen uneinheitlich. Es fanden sich günstige, neutrale und ungünstige Resultate. Die Qualität vieler Untersuchungen reichte jedoch nicht aus, um verlässliche allgemeine Empfehlungen abzuleiten.
Auch ein systematischer Review von 2025 zur Strahlentherapie kam nach Auswertung von 39 randomisierten Studien zu keinem eindeutigen Ergebnis. Teilweise ließen sich Nebenwirkungen reduzieren. Gleichzeitig blieben Fragen zur Sicherheit und zum langfristigen Behandlungserfolg offen.
Damit lässt sich weder eine generelle Unbedenklichkeit noch eine grundsätzliche Schädlichkeit sämtlicher Antioxidantien wissenschaftlich begründen.
Für mich ist das ein entscheidender Punkt. Denn die pauschale Ablehnung aller Vitalstoffe ist genauso wenig eine sorgfältige Betrachtung der einzelnen Substanzen wie ihre uneingeschränkte Empfehlung.
Vitamin C bei Krebs: Ein Antioxidans mit ungewöhnlichen Eigenschaften
Besonders interessant finde ich die Forschung zu Vitamin C.
Normalerweise kennen wir Ascorbinsäure als wasserlösliches Vitamin mit antioxidativen Eigenschaften. Es wird für die Kollagenbildung, verschiedene Enzymreaktionen und zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt.
In sehr hohen Konzentrationen kann Vitamin C jedoch ganz andere Wirkungen entfalten.
Entscheidend ist dabei die Art der Verabreichung.
Bei oraler Einnahme begrenzen die Aufnahme im Darm und die Ausscheidung über die Nieren die erreichbaren Blutkonzentrationen. Durch eine intravenöse Infusion lassen sich dagegen wesentlich höhere Konzentrationen erzielen.
Unter diesen pharmakologischen Bedingungen kann Ascorbat im Extrazellulärraum die Bildung von Wasserstoffperoxid begünstigen. Dadurch entsteht unter bestimmten Bedingungen oxidativer Stress, auf den Tumorzellen möglicherweise empfindlicher reagieren als gesundes Gewebe.
Das ist eine bemerkenswerte Umkehrung der üblichen Vorstellung: Eine Substanz, die im normalen Stoffwechsel antioxidativ wirkt, kann in hohen Konzentrationen prooxidative Eigenschaften entwickeln.
Eine Studie mit überraschenden Ergebnissen
Im Jahr 2024 wurde eine randomisierte klinische Studie bei Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs veröffentlicht.
Die Patienten erhielten entweder die übliche Chemotherapie mit Gemcitabin und Nab-Paclitaxel oder zusätzlich hoch dosiertes intravenöses Vitamin C.
In der Vitamin-C-Gruppe lag das mediane Gesamtüberleben bei 16 Monaten. In der Vergleichsgruppe waren es 8,3 Monate.
Auch das progressionsfreie Überleben war in der Vitamin-C-Gruppe länger: 6,2 gegenüber 3,9 Monaten.
Das sind angesichts der Schwere dieser Erkrankung bemerkenswerte Unterschiede.
Allerdings wurden lediglich 34 behandelte Patienten ausgewertet. Solche kleinen Studien können wichtige Hinweise liefern, ihre Ergebnisse müssen aber in größeren Untersuchungen bestätigt werden.
Und es gibt auch Gegenbeispiele.
Eine andere randomisierte Phase-II-Studie aus dem Jahr 2024 untersuchte intravenöses Vitamin C zusätzlich zu Docetaxel bei fortgeschrittenem, kastrationsresistentem Prostatakrebs.
Hier zeigte sich kein signifikanter Vorteil bei Tumoransprechen, Nebenwirkungen oder Krankheitsverlauf. Auch die Überlebensdaten sprachen nicht für einen Nutzen. Wegen ausbleibender Erfolgsaussichten wurde die Untersuchung vorzeitig beendet.
Was folgt daraus?
Hoch dosiertes Vitamin C ist ein ernst zu nehmender Forschungsansatz, aber keine nachgewiesene allgemeine Krebstherapie.
Die Ergebnisse hängen möglicherweise stark von der Tumorart, der Begleitbehandlung, der Tumorbiologie und weiteren Faktoren ab.
Außerdem sind solche Infusionen keineswegs für jeden Patienten unproblematisch. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, bestimmten Stoffwechselstörungen, Eisenüberladung oder einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel bestehen besondere Risiken.
Ein hoch dosiertes Vitamin-C-Infusionsprogramm gehört deshalb nicht in die unkontrollierte Selbstbehandlung. Während einer aktiven Krebstherapie sollte es nur nach sorgfältiger medizinischer Prüfung und möglichst im Rahmen einer klinischen Studie erfolgen.
Mehr über die grundlegenden Eigenschaften, Funktionen und Dosierungsfragen lesen Sie in meinem ausführlichen Beitrag über Vitamin C: Vorkommen, Wirkung und Bedarf.
Gerade die Untersuchungen zu Vitamin C zeigen, warum es sich lohnt, bei diesem Thema genauer hinzusehen. Manche Ergebnisse machen Hoffnung, andere mahnen zur Vorsicht. Für Betroffene und Angehörige ist es dabei nicht immer einfach, neue Studien, therapeutische Möglichkeiten und übertriebene Versprechungen auseinanderzuhalten.
Wenn Sie diese Fragen weiter beschäftigen, möchte ich Ihnen meinen kostenlosen Newsletter „Hoffnung bei Krebs“ empfehlen. Darin beschäftige ich mich mit naturheilkundlichen Ansätzen, ergänzenden Möglichkeiten und Erkenntnissen aus der Krebsforschung. Mein Anliegen ist, Ihnen Informationen zu geben, mit denen Sie Fragen gezielter stellen und Möglichkeiten besser beurteilen können.
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Vitamin D bei Krebs: Vielversprechende Beobachtungen, aber keine einfache Lösung
Vitamin D nimmt in dieser Diskussion eine Sonderstellung ein. Es ist nicht in erster Linie ein klassisches Antioxidans, sondern wirkt im Körper über verschiedene Rezeptoren und Regulationsmechanismen.
Es beeinflusst unter anderem den Knochenstoffwechsel, die Zelldifferenzierung und Funktionen des Immunsystems.
Seit vielen Jahren beobachten Wissenschaftler Zusammenhänge zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Verlauf bestimmter Krebserkrankungen.
Besonders bei Darmkrebs wurden wiederholt günstigere Überlebensraten bei Patienten mit höheren Vitamin-D-Spiegeln beschrieben.
Über solche Beobachtungen habe ich bereits vor Jahren in meinem Beitrag Vitamin D hilft Patienten mit Darmkrebs berichtet.
Doch hier beginnt ein grundsätzliches Problem der Forschung.
Ein niedriger Vitamin-D-Wert kann auch Ausdruck eines schlechten Allgemeinzustandes sein. Schwer erkrankte Menschen verbringen möglicherweise weniger Zeit im Freien, ernähren sich schlechter oder weisen entzündungsbedingte Stoffwechselveränderungen auf.
Daher lässt sich aus solchen Beobachtungen nicht automatisch schließen, dass eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe das Überleben verlängert.
Die SOLARIS-Studie von 2026
Eine besonders wichtige Antwort lieferte die im September 2026 veröffentlichte SOLARIS-Studie.
An dieser randomisierten Phase-III-Untersuchung nahmen 455 Patienten mit metastasiertem Darmkrebs teil. Alle erhielten eine standardisierte medikamentöse Krebsbehandlung und zusätzlich entweder höher oder niedriger dosiertes Vitamin D.
In der Hochdosisgruppe wurden nach einer anfänglichen Aufsättigung täglich 4.000 Internationale Einheiten verabreicht. Die Vergleichsgruppe erhielt 400 Internationale Einheiten täglich.
Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 11,8 gegenüber 10,3 Monaten. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant.
Auch beim Gesamtüberleben zeigte sich kein Vorteil.
Interessant waren einzelne Untergruppenanalysen, etwa bei Patienten mit linksseitig gelegenen Darmtumoren. Diese Ergebnisse können neue Forschungsfragen begründen, sind aber kein ausreichender Beleg für eine gezielte Hochdosisbehandlung.
Die größere Studie konnte damit die zuvor hoffnungsvollen Ergebnisse der kleineren SUNSHINE-Studie nicht bestätigen.
Bedeutet das, dass Vitamin D bei Krebs unwichtig ist? Keineswegs.
Ein nachgewiesener Mangel sollte weiterhin behandelt werden, insbesondere wenn Knochenprobleme, Mangelernährung oder entsprechende Therapierisiken bestehen.
Nur darf man aus der Korrektur eines Mangels nicht automatisch eine zusätzliche krebshemmende Wirkung ableiten.
Für mich bleibt Vitamin D ein wichtiger Vitalstoff. Aber eine Hochdosistherapie mit dem Ziel, das Tumorwachstum zu bremsen, lässt sich aus den bisherigen Daten nicht pauschal empfehlen.
Wer sich mit dem Vitamin-D-Stoffwechsel, der Labordiagnostik und der Versorgung näher beschäftigen möchte, findet die Grundlagen in meinem Beitrag Vitamin D: Formen, Vorkommen und Bedarf.
Besonders kritisch sehe ich eine ausgeprägte Unterversorgung. Welche Zusammenhänge bei sehr niedrigen Blutwerten beobachtet werden, beschreibe ich außerdem im Beitrag Vitamin-D-Wert unter 12 ng/ml: Dann ist selten nur ein Wert schlecht.
Selen: Wichtig für den Zellschutz, aber nicht automatisch besser in hoher Dosierung
Auch Selen wird in der orthomolekularen Medizin seit Jahrzehnten diskutiert.
Das Spurenelement ist Bestandteil verschiedener Selenoproteine. Dazu gehören die Glutathionperoxidasen und die Thioredoxin-Reduktasen, die an der Regulation des Redoxstoffwechsels beteiligt sind.
Selen erfüllt damit wichtige physiologische Funktionen.
Ein ausgeprägter Selenmangel ist unerwünscht. Ebenso wenig sinnvoll ist allerdings die Vorstellung, dass ein möglichst hoher Selenspiegel automatisch einen besseren Schutz vor Krebs bieten würde.
Die große SELECT-Studie untersuchte unter anderem die vorbeugende Wirkung von Selen und Vitamin E bei mehr als 35.000 Männern.
Die Ergebnisse zeigten keinen Schutz vor Prostatakrebs durch die zusätzliche Seleneinnahme. Spätere Analysen deuteten sogar darauf hin, dass die Ausgangsversorgung für mögliche Risiken eine Rolle spielen könnte.
Diese Untersuchung betraf die Krebsprävention und nicht die Behandlung bereits erkrankter Patienten. Die Ergebnisse dürfen deshalb nicht einfach auf jede onkologische Situation übertragen werden.
Sie zeigen aber, wie wichtig die Ausgangsversorgung ist.
In der Praxis sollte deshalb zunächst geklärt werden, ob überhaupt Hinweise auf eine unzureichende Selenversorgung bestehen. Eine Ergänzung kann bei einem entsprechenden Mangel sinnvoll sein. Eine ungezielte Hochdosisgabe bei Krebs ist dagegen nicht ausreichend begründet.
Weiterführende Informationen zur biologischen Bedeutung von Selen, zu seiner Versorgung und zu den unterschiedlichen Studienergebnissen finden Sie in meinem ausführlichen Grundlagenartikel über Selen und seine gesundheitlichen Wirkungen.
Vitamin E und Betacarotin: Warum Vorsicht berechtigt ist
Vitamin E schützt als fettlösliches Antioxidans unter anderem Zellmembranen vor oxidativen Schäden. Betacarotin zählt zu den Carotinoiden und kann teilweise in Vitamin A umgewandelt werden.
Beide Substanzen kommen natürlicherweise in Lebensmitteln vor.
Dass sie deshalb auch in hohen isolierten Dosierungen unproblematisch wären, lässt sich jedoch nicht behaupten.
Eine randomisierte Studie bei 540 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren untersuchte die zusätzliche Gabe von Vitamin E und zeitweise Betacarotin im Zusammenhang mit einer Strahlentherapie.
Im weiteren Verlauf war die Gesamtsterblichkeit in der Supplementgruppe erhöht. Das relative Risiko wurde mit einer Hazard Ratio von 1,38 angegeben.
Auch aus Untersuchungen zur Krebsprävention wissen wir, dass hoch dosiertes Betacarotin bei Rauchern und anderen Risikogruppen das Lungenkrebsrisiko erhöhen kann.
Die entscheidende Lehre ist für mich nicht, dass Vitamin E oder Betacarotin grundsätzlich gefährlich wären.
Sie lautet vielmehr: Ein lebensnotwendiger oder natürlicherweise vorkommender Stoff ist nicht automatisch in jeder Dosierung therapeutisch nützlich.
Gerade während einer Strahlentherapie ist bei hoch dosierten antioxidativen Präparaten deshalb Zurückhaltung angebracht.
Die Diskussion um freie Radikale und den Sinn antioxidativer Präparate habe ich übrigens schon früher kritisch aufgegriffen: Freie Radikale: Doch nicht so schädlich wie gedacht?
B-Vitamine bei Krebs: Ein bemerkenswertes Gegenbeispiel
Bei den B-Vitaminen wird besonders deutlich, warum allgemeine Verbote wenig hilfreich sind.
Vitamin B12 und Folat werden für die Zellteilung, die DNA-Synthese und die Blutbildung benötigt.
In der Onkologie kann das problematisch oder erwünscht sein, abhängig vom eingesetzten Medikament.
Ein Beispiel ist Pemetrexed, ein Krebsmedikament, das unter anderem bei bestimmten Lungenkrebserkrankungen verwendet wird.
Bei dieser Therapie gehört die gezielte Ergänzung mit Folsäure und Vitamin B12 ausdrücklich zum Behandlungsprotokoll.
Der Grund: Die Vitamingabe kann schwere hämatologische und gastrointestinale Nebenwirkungen reduzieren.
Hier sind Vitalstoffe also keineswegs grundsätzlich unerwünscht. Sie werden gezielt eingesetzt, um die Verträglichkeit einer Chemotherapie zu verbessern.
Allerdings lässt sich daraus keine Empfehlung ableiten, während jeder Krebsbehandlung wahllos hoch dosierte B-Vitamine einzunehmen.
Ein nachgewiesener Vitamin-B12-Mangel muss behandelt werden. Eine zusätzliche Hochdosisgabe ohne erkennbaren Bedarf sollte dagegen unter Berücksichtigung der konkreten Krebstherapie beurteilt werden.
Das Beispiel zeigt sehr schön, dass die eigentliche Herausforderung im richtigen Einsatz besteht.
Mehr zur Diagnostik, den unterschiedlichen Vitamin-B12-Formen und der sinnvollen Einnahme lesen Sie in meinem Beitrag Vitamin B12: Wirkung, Mangel und richtige Einnahme.
Magnesium, Zink und Omega-3-Fettsäuren: Oft geht es zunächst um die Versorgung
Nicht jeder Vitalstoff, der bei Krebspatienten wichtig werden kann, soll unmittelbar Tumorzellen beeinflussen.
Manchmal geht es um wesentlich grundlegendere Dinge: den Erhalt der Muskelkraft, die Funktion des Nervensystems oder eine ausreichende Versorgung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden.
Magnesium
Bestimmte Krebsmedikamente, insbesondere Cisplatin, können zu Magnesiumverlusten führen.
Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann Muskelschwäche, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen oder neurologische Beschwerden begünstigen.
Hier geht es um die Erkennung und Behandlung einer konkreten Stoffwechselstörung. Eine solche Versorgung ist medizinisch sinnvoll und gehört gegebenenfalls direkt zur onkologischen Begleitbehandlung.
Das bedeutet allerdings nicht, dass hohe Magnesiumgaben bei jedem Krebspatienten erforderlich wären.
Über die Funktionen, möglichen Mangelsymptome und Unterschiede zwischen Magnesiumverbindungen informiere ich ausführlich in meinem Beitrag Magnesium: Wirkung, Bedarf und richtige Einnahme.
Zink
Zink wird für zahlreiche Enzyme, die Immunfunktion und die Wundheilung benötigt.
Bei Patienten mit schlechter Nahrungsaufnahme, anhaltendem Durchfall oder anderen Belastungen können Versorgungsprobleme auftreten.
Auch hier sollte man gezielt vorgehen. Eine längerfristige hoch dosierte Zinkgabe kann beispielsweise einen Kupfermangel verursachen.
Ob Zinkpräparate darüber hinaus Krebsbehandlungen verbessern oder Nebenwirkungen zuverlässig verhindern, ist nicht ausreichend geklärt.
Die grundsätzlichen Fragen zu Zink, seiner Dosierung und einer möglichen Überversorgung behandle ich in meinem Beitrag Zink: Wann einnehmen, wie viel und kann man überdosieren?.
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind besonders im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen, Gewichtsverlust und dem Verlust von Muskelmasse bei Krebserkrankungen untersucht worden.
Einige klinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Trinknahrung bei bestimmten Patienten helfen kann, Gewicht und fettfreie Körpermasse besser zu erhalten.
Die Ergebnisse sind allerdings nicht einheitlich. Ein gesicherter Überlebensvorteil ist daraus nicht abzuleiten.
Entscheidend ist ohnehin, dass schwer erkrankte Menschen ausreichend Energie und Eiweiß erhalten.
Eine sorgfältig geplante Ernährungstherapie ist in vielen Fällen wichtiger als die nächste Kapsel mit einem vermeintlichen Spezialwirkstoff.
Zu den grundlegenden Wirkungen, Unterschieden und Qualitätsmerkmalen lesen Sie ergänzend meinen Beitrag über Omega-3-Fettsäuren.
Bei all diesen Substanzen sehen wir: Die Wirkung eines Vitalstoffs lässt sich nicht allein an seiner Dosierung festmachen. Entscheidend sind die biochemischen Zusammenhänge, die tatsächliche Versorgung und die jeweilige gesundheitliche Situation.
Genau mit solchen Fragen beschäftige ich mich seit vielen Jahren in meiner Naturheilpraxis. Dabei stoße ich immer wieder auf Vitalstoffe und natürliche Substanzen, deren Bedeutung erstaunlich wenig bekannt ist.
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Was bei Vitalstoffen häufig übersehen wird: Der Ernährungszustand
Bei aller Diskussion über antioxidative Wirkungen und hohe Vitaminspiegel gerät ein wesentliches Problem manchmal in den Hintergrund.
Viele Krebspatienten verlieren Gewicht und Muskelmasse. Manche haben keinen Appetit mehr, andere leiden unter Übelkeit, Geschmacksveränderungen, Schluckbeschwerden oder Durchfällen.
Dazu kommt bei manchen Tumorerkrankungen eine ausgeprägte Veränderung des Stoffwechsels, die als Tumorkachexie bezeichnet wird.
Wer unter solchen Bedingungen kaum noch ausreichend Nahrung aufnehmen kann, hat möglicherweise ein viel grundlegenderes Versorgungsproblem als die Frage, ob er 200 oder 500 Milligramm eines einzelnen Vitamins ergänzen sollte.
Die europäische Fachgesellschaft ESPEN empfiehlt bei Krebspatienten eine ausreichende Energie- und Proteinversorgung sowie eine bedarfsgerechte Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen.
Hoch dosierte Mikronährstoffe ohne nachgewiesenen Mangel werden dagegen nicht allgemein empfohlen.
Diese Empfehlung hat ihren Grund. Bei schweren Erkrankungen kommt es auf die tatsächliche Versorgung an, nicht auf möglichst hohe Mengen einzelner Substanzen.
Aus naturheilkundlicher Sicht halte ich es deshalb für wichtig, den Menschen nicht ausschließlich auf den Tumor zu reduzieren.
Appetit, Verdauung, Schlaf, Bewegung im Rahmen der Belastbarkeit und der Erhalt der Muskelmasse verdienen genauso Aufmerksamkeit.
Solche Maßnahmen ersetzen keine Krebsbehandlung. Sie können aber wesentlich dazu beitragen, die Belastungen der Erkrankung und ihrer Therapie besser zu bewältigen.
Welche Vitalstoffe sollten Krebspatienten überprüfen lassen?
Eine pauschale Liste von zehn oder zwanzig Vitalstoffen, die jeder Krebspatient zusätzlich einnehmen sollte, halte ich für wenig sinnvoll.
Viel wichtiger ist die Frage, welche Probleme tatsächlich vorliegen.
Bei einer entsprechenden medizinischen Indikation können beispielsweise der Vitamin-D-Status, die Vitamin-B12-Versorgung, Elektrolyte einschließlich Magnesium oder weitere ausgewählte Mikronährstoffe untersucht werden.
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von der Erkrankung, den Medikamenten, der Ernährung und den Beschwerden ab. Nicht jeder denkbare Laborparameter ist auch diagnostisch zuverlässig oder therapeutisch relevant.
Dabei sollten einige Fragen geklärt werden:
- Besteht ein nachweisbarer Mangel oder ein konkretes Risiko dafür?
- Welche Krebsmedikamente werden eingesetzt und welche Wechselwirkungen sind bekannt?
- Geht es um die Korrektur einer Unterversorgung, die Linderung von Nebenwirkungen oder um eine erhoffte Wirkung gegen den Tumor?
- Gibt es klinische Studien zum jeweiligen Vitalstoff bei genau dieser Tumorart und Behandlung?
- Welche Dosierung wurde untersucht und wie wurde der Stoff verabreicht?
Gerade die letzte Frage wird erstaunlich häufig übersehen.
Eine normale Vitamin-C-Zufuhr über Lebensmittel, eine hoch dosierte Tablette und eine intravenöse Vitamin-C-Infusion sind medizinisch nicht gleichzusetzen.
Ebenso wenig lässt sich eine niedrige physiologische Selendosis mit einer hoch dosierten Selentherapie vergleichen.
Hinzu kommt, dass Arzneimittel selbst den Vitalstoffhaushalt beeinflussen können. Welche Medikamente zu Versorgungsproblemen beitragen können und worauf ich dabei achte, habe ich ausführlich in meinem Beitrag Welche Medikamente führen zu Vitaminmangel? beschrieben.
Warum ich die Diskussion über Vitalstoffe bei Krebs für notwendig halte
Seit 1998 beschäftige ich mich in meiner Naturheilpraxis mit der Frage, welche Rolle Ernährung, Stoffwechsel und Vitalstoffe bei Gesundheit und Erkrankungen spielen.
Dabei halte ich zwei Positionen für problematisch.
Die erste ist die Vorstellung, Krebspatienten sollten grundsätzlich möglichst keine zusätzlichen Vitalstoffe erhalten, weil man sonst zwangsläufig die Behandlung gefährde.
Das wird der Physiologie nicht gerecht. Ein bestehender Mangel verschwindet schließlich nicht dadurch, dass jemand eine Krebsdiagnose erhält. Und bestimmte onkologische Therapien sehen die gezielte Gabe von Vitaminen oder Mineralstoffen sogar ausdrücklich vor.
Die zweite problematische Position begegnet mir allerdings ebenfalls: die Annahme, möglichst hohe Dosierungen seien grundsätzlich besser und würden die Wirkung einer Krebstherapie automatisch unterstützen.
Auch das ist nicht durch die vorhandenen Daten gedeckt.
Die Forschung zeigt vielmehr, wie unterschiedlich einzelne Substanzen wirken können. Hoch dosiertes Vitamin C verhält sich anders als Vitamin E. Vitamin D beeinflusst andere Stoffwechselwege als Selen. Und selbst derselbe Vitalstoff kann abhängig von Dosierung, Anwendungsform und Behandlungssituation unterschiedliche Wirkungen entfalten.
Die Forschung zur Vitamin-C-Infusion bei Bauchspeicheldrüsenkrebs liefert dafür ein interessantes Beispiel. Die enttäuschenden Ergebnisse beim Prostatakrebs und bei hoch dosiertem Vitamin D gegen metastasierten Darmkrebs gehören aber genauso zur wissenschaftlichen Betrachtung.
Für die orthomolekulare Medizin ergibt sich daraus eine wichtige Aufgabe: Sie sollte nicht pauschal möglichst viele Vitalstoffe empfehlen, sondern möglichst genau begründen können, welcher Stoff bei welchem Patienten welchen Nutzen erwarten lässt.
Das erfordert Offenheit gegenüber neuen Forschungsansätzen, aber auch die Bereitschaft, vielversprechende Hypothesen zu verwerfen, wenn größere Studien sie nicht bestätigen.
Mein Fazit
Für mich gehört eine angemessene Vitalstoffversorgung zur verantwortungsvollen Begleitung von Krebspatienten, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Das bedeutet zunächst, Mangelzustände zu vermeiden beziehungsweise zu behandeln, Ernährungsprobleme ernst zu nehmen und therapiebedingte Stoffwechselveränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Darüber hinaus gibt es interessante experimentelle und klinische Forschungsansätze, beispielsweise zu intravenösem Vitamin C. Manche davon könnten künftig zusätzliche therapeutische Möglichkeiten eröffnen.
Die Kritiker werden wieder sofort anmerken: Bislang ist für keinen Vitalstoff nachgewiesen, dass er unabhängig von Tumorart und Behandlung als allgemeines Krebsmedikament eingesetzt werden könnte. Und dann der Zusatz: Bei bestimmten Hochdosispräparaten bestehen sogar konkrete Hinweise auf mögliche Nachteile.
Deswegen schreibe ich auch, dass niemand eine wirksame onkologische Behandlung durch eine Vitalstofftherapie ersetzen oder eine laufende Therapie ohne Abstimmung mit dem behandelnden Onkologen ergänzen. Umgekehrt ist es sinnvoll, nachgewiesene Defizite und geeignete unterstützende Maßnahmen gezielt anzusprechen. Und ich schrieb auch gerade: eine WIRKSAME onkologische Behandlung. Gemerkt?
Die entscheidende Frage ist aus meiner Sicht auch nicht, ob man für oder gegen Vitalstoffe bei Krebs ist. Entscheidend ist, ob die konkrete Maßnahme dem jeweiligen Patienten nachweislich oder zumindest nachvollziehbar begründet hilft, ohne den Behandlungserfolg zu gefährden.
Und darüber sollte wesentlich differenzierter diskutiert werden, als es (leider) meistens geschieht.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Mich interessiert auch, wie diese Fragen in der täglichen Praxis behandelt werden. Vielleicht haben Sie selbst eine Krebsbehandlung erlebt oder einen Angehörigen begleitet. Wurden Ihnen bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe empfohlen? Hat Ihr Onkologe ausdrücklich von Nahrungsergänzungen abgeraten? Wurde vorher überprüft, ob überhaupt ein Mangel besteht?
Und vor allem: Wurde Ihnen erklärt, warum ein bestimmter Vitalstoff sinnvoll oder möglicherweise problematisch sein könnte?
Schreiben Sie Ihre Erfahrungen und Fragen gerne in die Kommentare. Gerade bei diesem Thema halte ich den Austausch zwischen Patienten, Therapeuten und interessierten Lesern für wichtig. Persönliche Erfahrungen sind zwar kein Ersatz für kontrollierte Studien, können aber zeigen, welche Fragen in der Versorgung häufig unbeantwortet bleiben.
Quellen und Studien, die ich mir angsehen habe
- Block KI et al. (2007): Impact of antioxidant supplementation on chemotherapeutic efficacy: A systematic review of the evidence from randomized controlled trials. Cancer Treatment Reviews. PubMed
- Block KI et al. (2008): Impact of antioxidant supplementation on chemotherapeutic toxicity: A systematic review of the evidence from randomized controlled trials. International Journal of Cancer. PubMed
- Ambrosone CB et al. (2020): Dietary Supplement Use During Chemotherapy and Survival Outcomes of Patients With Breast Cancer Enrolled in a Cooperative Group Clinical Trial. Journal of Clinical Oncology. PubMed
- Wieland LS et al. (2024): Effects of Antioxidant Dietary Supplement Use upon Response to Cancer Treatment: A Scoping Review of Available Evidence. Nutrition and Cancer. PubMed
- The influence of antioxidant supplementation on adverse effects and tumor interaction during radiotherapy: A systematic review (2025). Clinical and Experimental Medicine. PubMed
- Bodeker KL et al. (2024): A randomized trial of pharmacological ascorbate, gemcitabine, and nab-paclitaxel for metastatic pancreatic cancer. Redox Biology. PubMed
- Paller CJ et al. (2024): High-Dose Intravenous Vitamin C Combined with Docetaxel in Men with Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: A Randomized Placebo-Controlled Phase II Trial. Cancer Research Communications. PubMed
- Ng K et al. (2026): Addition of High-Dose Vitamin D3 to Standard Treatment in Patients With Metastatic Colorectal Cancer: The SOLARIS Randomized Clinical Trial. JAMA. Originalstudie
- Bairati I et al. (2006): Antioxidant vitamins supplementation and mortality: A randomized trial in head and neck cancer patients. International Journal of Cancer. PubMed
- Muscaritoli M et al. (2021): ESPEN practical guideline: Clinical nutrition in cancer. Clinical Nutrition. PubMed
- National Cancer Institute: Intravenous Vitamin C (PDQ) – Health Professional Version. NCI-Übersicht
- National Cancer Institute: Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT). NCI-Studieninformationen
Diesen Beitrag hatte ich im August 2010 erstmalig veröffentlicht und am 8.10.2026 vollständig überarbeitet und mir dazu auch die neuere Studienlage angesehen. Und weil es um das Thema Krebs geht, hier nochmal ein expliziter medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag behandelt die wissenschaftliche Diskussion über Vitalstoffe als mögliche Begleitmaßnahmen bei Krebserkrankungen. Er enthält keine individuelle Therapieempfehlung. Insbesondere hoch dosierte Präparate und Infusionen können mit onkologischen Behandlungen wechselwirken und erfordern eine medizinische Prüfung. Anscheinend muss man das im Jahre 2026 bei besonders kritischen Themen dazuschreiben… Denn gerade beim Thema Krebs muss man als Autor aufpassen.
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