Die Fluorid Debatte: Eine Stellungnahme zu häufigen Einwänden

Die Fluorid-Debatte gibt es ja jetzt schon seit einigen Jahren. Und wie in vielen anderen Bereichen, behaupten die einen dies und die anderen das. Und ich gebe zu: Auch für mich sind da einige Dinge nicht leicht auseinander zu halten.

Im folgenden Beitrag möchte ich ausführlicher auf einem Kommentar eingehen, der zum Beitrag „Neues aus der Giftküche – Fluorid als Neurotoxin klassifiziert“ abgegeben wurde. Es geht dabei um Kommentar 28:

Ich schätze ihre Beiträge sehr und kann diesen auch meist zustimmen. Allerdings widerspreche ich der Fluorid Hetze in folgenden Punkten.

1, wer Fluor (F2, gasförmig) nicht von Fluorid unterscheiden kann und die Dosis, grenzdosis und letale Dosis nicht versteht, möchte bitte einfach schweigen.
Auch Wasser ist bei Überdosierung tödlich. Nur die Dosis macht das Gift. Ich kann gerne bei der Umrechnung behilflich sein, allerdings müsste man um sich mit Zahnpasta zu vergiften, 1,6kg auf einmal zu sich nehmen. Das entspricht 21 Tuben !!!!

2, In den Berichten und Studien handelt es sich um Fluoride im Trinkwasser nicht um Fluoridierung über Zahnpasta. Es gibt keine einzige Studie, die Schäden durch Fluoridierung bei richtiger Anwendung durch Zahnpasta nachweist. Ich bitte Sie dieses Falschannahme als Gerücht nicht weiter zu verbreiten.
Eine systemische Fluoridierung ist zur localen Fluoridierung völlig zu unterscheiden. (Siehe Fluorose Studien)

3, 500 Studien können die Wirksamkeit von Zahnpastafluoridierung zur Kariesprophylaxe nachweisen. Ja und den chemischen Vorgang kann ich auch gern erklären.

4, um sich mit Zahnpasta zu vergiften, müsste man die Tagesdosis mal 133 nehmen.
Bei Eisen nur mal 20 (empfohlene Menge bei Eisenmangel, allerdings ohne Eisen wären wir nicht überlebensfähig, da Bestandteil des Blutes und sauerstofftransport)
Bei Wasser (ja das Trinkwasser) lediglich mal 4 !!!!!
Und da interessiert dann das Fluorid auch nicht mehr ?

Also lieber René. Es wäre sinnvoll diesen post nicht einfach zu pauschalisieren !!!

Ich möchte eins vorweg schicken, um die ganze Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu halten, dass die Kritik am Einsatz von Fluorid nicht sofort mit „Hetze“ gleichzusetzen ist. Solche Vokabeln sind für mich auch immer ein Indiz für, beziehungsweise gegen die Bereitwilligkeit zur sachlichen Diskussion. Und das erleben wir ja gerade in der Politik seit einigen Jahren sehr massiv.

Punkt 1 der Fluorid-Debatte

Den Vorwurf der mangelnden Unterscheidung von Fluor und Fluorid im Beitrag kann ich nicht nachvollziehen. Wo und bei welcher Gelegenheit sind diese beiden Begriffe durcheinandergewürfelt worden?

Grenzdosis? Gibt es einen Grenzwert für Fluoride, der besagt, wie viel Fluorid unser Organismus täglich benötigt, um optimal zu funktionieren? Mein Beitrag geht davon aus, dass Fluoride nicht nur überflüssig, sondern für das Wohlergehen des Organismus vollkommen kontraproduktiv sind. Von daher verstehe ich auch nicht, warum aus toxikologischer Sicht gesehen ausgerechnet Wasser in die gleiche Kategorie mit Fluoriden gesetzt wird. Wasser ist eine unabdingbare Notwendigkeit, und das Fehlen von Wasser ist mit dem Leben nicht vereinbar. Gilt dies auch für Fluoride? Das wäre mir aber sehr neu.

Die Rechnung, 1,6 Kilogramm Zahnpasta zu schlucken, um sich zu vergiften, übersieht ebenfalls eine Reihe von Gegebenheiten. Als erstes gibt es einen Unterschied zwischen akuter und chronischer Toxizität. Es mag richtig sein, dass 1,6 Kilogramm Zahnpasta zum sofortigen Exitus führen. Es hat aber niemand behauptet, dass man seine Zahnhygiene mit Fluorid-Zahnpasta nicht überlebt. Es geht hier um den täglichen Einsatz und die damit verbundene chronische, subklinische Toxizität, deren Ergebnisse sich nach etlichen Jahren zeigen.

Punkt 2 der Debatte

Es gibt keine Studie, die Schäden durch die Anwendung von Fluorid-Zahnpasta nachweist? Stimmt! Denn es gibt meines Wissens keine einzige Studie, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat! Niemand hat es für nötig befunden, das Sicherheitsprofil von Fluorid-Zahnpasta zu überprüfen, sondern geht davon aus, dass diese Form von Zahnpasta unschädlich ist. Aber, wie sagten Sie so schön, wer Vermutungen und Beweis „nicht unterscheiden kann, möchte bitte einfach schweigen“. Es ist unzulässig, die Tatsache, dass es keine Studien zu dieser Fragestellung gibt, sofort als Beweis für die Bedenkenlosigkeit der Fluorid-Zahnpasten zu nehmen.

Punkt 3 der Debatte

Statt Studien zu zählen (500) würde ich mich einmal um die Qualität solcher Studien kümmern. Für mich jedenfalls ist Quantität kein Argument. In den meisten meiner Beiträge tauchen keine Angaben über die Menge an Studien auf, was dann als Argument für mein Anliegen dienen soll. Stattdessen schaue ich mir die Studien an und diskutiere und erklär ihren Inhalt. Zum Fluor/Fluorid habe ich diesen Beitrag gebracht: Fluor, Fluorid, Fluoridierung – NEIN DANKE!

Hier diskutiere ich auch eine Studie aus Homburg, die sich mit der Fragwürdigkeit des Einsatzes von Fluoriden beschäftigt. Die Autoren sind übrigens Zahnärzte. Aus der Studie geht nicht hervor, ob die Ärzte hierüber Zahnpasta reden. Ich gehe davon aus, dass dies nicht der Fall ist. Aber selbst mit einer systemischen Fluoridierung kommen die Zahnärzte zu dem Schluss, dass die Hypothese vom Fluorid-Schutz nicht funktioniert. Warum soll ich dann eine Fluorid-Zahnpasta nehmen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch weniger tauglich ist, einen ausreichend dicken Schutzmantel um die Zähne aufzubauen?

Punkt 4 der Debatte

Siehe Punkt 1: physiologisch notwendige Substanzen mit physiologisch toxischen Substanzen zu vergleichen ist wie Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen. Das wiederholte Diskutieren der toxischen Dosis, „um sich mit Zahnpasta zu vergiften“, zeigt mir, dass Sie den Unterschied zwischen akuter und chronischer Toxizität entweder nicht kennen oder einfach nur ignorieren, um das eigene Anliegen an den Mann zu bringen.

Hier noch einige Beiträge, die die 500 glorreichen Studien etwas relativieren helfen:

  • Fluor und Karies  – Dies ist nicht mein Beitrag, sondern ein Gastbeitrag von einem Mediziner.
  • Zahnpasta: Apatit statt Fluorid  – Diesmal eine Studie mit Zahnpasta. Und die zeigte keinen Unterschied in der Wirksamkeit zu Zahnpflegemitteln mit und ohne Fluorid.
  • Fluor: Zähne gut, Intelligenz mangelhaft. Macht zu viel Fluorid dumm? – Bei dieser Arbeit nehme ich auch einmal einige Studien vor, die sehr wahrscheinlich zu Ihren 500 positiven Studien zählen. Die eine Studie kommt zu Unterschieden zwischen Probanden, die mit Fluoriden belastet waren, und … Kontrollgruppe? Nein, keine da! Ja man kommt zu Unterschieden, und das ganz ohne Kontrollgruppe. So kann man auch beweisen, was man beweisen will.

In der zweiten Studie sieht man Unterschiede, die dann unter Zunahme weiterer Daten aus anderen Studien einfach weg gerechnet wurden. Auch hier gelang auf geniale Weise, Fluorid als ungefährlich zu „beweisen“.

Zum Schluss noch einmal die Studie, die in diesem Beitrag Gegenstand der Diskussion war. Hier wird von wissenschaftlicher Seite schlicht und ergreifend einfach festgestellt, dass Fluoride, neben anderen, offiziell als Neurotoxin betrachtet werden muss. Seit wann also gehören toxische Substanzen in Pflegemittel?

Fazit

Sind wir jetzt schon so industriegläubig, dass wir einfach die Augen vor solchen Tatsachen verschließen, und alles, was dagegen spricht, als „Hetze“ diffamieren?

Welche Logik brütet Argumente aus, die fehlende Studien als Beweis für das eigene Anliegen herankarren?

René Gräber

René Gräber

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2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Vielen Dank für beide Beiträge. Zur verbesserten Sichtbarkeit möchte ich eine Frage aus dem Ursprungsbeitrag widerholen: Wie ordnen sie Fluorid-Bestandteile in Grüntee ein? Oder in Quellwasser? Sollte man Grüntee und Wasser mit hohen natürlichen Fluoridvorkommen auch meiden?

  2. Avatar

    Das „natürliche“ Fluoridvorkommen im Grüntee scheint von der Bewässerung der Teepflanze abzuhängen. In vulkanischen Gebieten scheint das Wasser deutlich mehr Fluoride zu enthalten, die von der Pflanze aufgenommen werden, wie andere Mineralstoffe auch.
    Wenn man also Fluoride im Tee vermeiden will, dann hilft es ein wenig, sich nach der Herkunft zu erkundigen.
    Ob die Mengen dann ausreichend sind, bei einem regelmäßigen Verzehr zu gesundheitlichen Problemen zu führen, ist eine andere Frage.
    ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4811265/
    Die Autoren dieser Arbeit kommen zu dem Schluss, dass weniger Fluorid bei der Zubereitung in den Tee freigesetzt werden als in den Blättern enthalten ist. Alte Teeblätter und qualitatv minderwertiger Tee enthalten deutlich höhere Konzentrationen.
    Neben Bewässerung bestimmen auch Verarbeitung und Zubereitung den Gehalt an Fluorid in den Teeblättern.
    Unter dem Strich sehen die Autoren keinen signifikanten Beitrag zur Fluorid-Versorgung durch grünen Tee, welcher durch fluoridiertes Wasser ungleich höher ausfällt.

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