Aminosäuren

L-Isoleucin – essenzielle Aminosäure für Muskeln, Immunsystem und Energiestoffwechsel

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

L-Isoleucin gehört zu den verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs) und ist essenziell für den Muskelaufbau, die Geweberegeneration und die Energieversorgung des Körpers. Neben seiner bekannten Bedeutung für Sportler hat Isoleucin auch positive Effekte auf das Immunsystem, die Wundheilung und den Blutzuckerspiegel.

Doch welche Quellen liefern Isoleucin, wie äußert sich ein Mangel – und wann kann eine gezielte Einnahme sinnvoll sein?

Was ist L-Isoleucin?

L-Isoleucin ist eine proteinogene Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufgenommen werden muss. Sie gehört zu den drei verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs), zusammen mit Leucin und Valin.

Diese Aminosäuren sind nicht nur für die Muskelproteinsynthese, sondern auch für die Regulation des Blutzuckers und die Wundheilung unerlässlich. Besonders hoch ist der Gehalt an Isoleucin im roten Blutfarbstoff Hämoglobin, weshalb es auch für die Blutbildung eine Rolle spielt.

Gute natürliche Quellen für L-Isoleucin sind:

  • Fleisch (1,1–1,4 g/100 g)
  • Fisch (1,0–1,2 g/100 g)
  • Käse (1,3–1,9 g/100 g)
  • Hülsenfrüchte (1,1–1,9 g/100 g)
  • Spirulina-Alge (3,2 g/100 g Trockenmasse)

Gut zu wissen: Neben tierischen Produkten sind auch Hülsenfrüchte und Spirulina gute pflanzliche Quellen für Isoleucin – ein wichtiger Aspekt für vegetarische oder vegane Ernährung.

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Wie wirkt L-Isoleucin im Körper?

L-Isoleucin spielt eine Schlüsselrolle bei der Muskelregeneration und Energiebereitstellung. Besonders während intensiver körperlicher Belastung dient es als direkte Energiequelle, wenn die Glykogenspeicher aufgebraucht sind.

Studie: Fördert Muskelaufbau und Regeneration
Isoleucin ist unverzichtbar für die Muskelproteinsynthese. Es unterstützt die Muskelreparatur nach intensiven Belastungen und schützt vor übermäßigem Muskelabbau, insbesondere bei Diäten oder längeren Erholungsphasen (Harper et al., 1984).

Studie: Unterstützt das Immunsystem und die Wundheilung
Isoleucin stimuliert die Produktion von Antikörpern und Immunzellen. Studien zeigen, dass eine gezielte Zufuhr von BCAAs nach Operationen oder Verletzungen die Wundheilung beschleunigt (Kato et al., 1998).

Studie: Reguliert den Blutzuckerspiegel und fördert die Fettverbrennung
Isoleucin beeinflusst den Insulinstoffwechsel und kann den Glukosespiegel stabilisieren. In Studien wurde gezeigt, dass BCAAs die Insulinsekretion fördern und die Glukoseaufnahme in die Muskelzellen steigern (Newgard et al., 2009).

Wie wird L-Isoleucin am besten eingenommen?

Die empfohlene Tagesdosis hängt von der individuellen körperlichen Belastung und dem Gesundheitszustand ab:

  • Grundbedarf eines Erwachsenen: 0,7–1,4 g täglich
  • Bei starker körperlicher Belastung (z. B. Sportler): 5–10 g täglich
  • Zur Unterstützung der Wundheilung oder bei Immunschwäche: 3–6 g täglich

Wichtig für die Praxis: Isoleucin entfaltet seine Wirkung am besten in Kombination mit den anderen BCAAs Leucin und Valin, weshalb meist Kombinationspräparate empfohlen werden.

L-Isoleucin-Mangel – Symptome und Ursachen

Ein Mangel an Isoleucin kann zu Muskelschwäche, Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und verzögerter Wundheilung führen.

Ursachen für einen Mangel können sein:

  • Proteinmangel durch unausgewogene Ernährung
  • Chronische Erkrankungen wie Leberschwäche oder Darmerkrankungen
  • Genetische Störungen wie die Hartnup-Krankheit

Besonders bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) kann die Aufnahme von Aminosäuren gestört sein, sodass eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein kann.

L-Isoleucin-Überschuss – Risiken einer Überdosierung

Eine übermäßige Aufnahme von Isoleucin tritt meist durch hochdosierte BCAA-Präparate auf. Besonders Sportler, die regelmäßig große Mengen an Proteinen oder BCAAs konsumieren, sollten darauf achten, die Zufuhr nicht zu übertreiben.

Mögliche Nebenwirkungen einer Überdosierung:

  • Überlastung des Harnstoffzyklus durch vermehrte Ammoniakproduktion
  • Potenziell gestörter Insulinstoffwechsel, wenn Isoleucin isoliert und in sehr hohen Mengen aufgenommen wird
  • In Kombination mit einer fettreichen Ernährung könnte eine Insulinresistenz begünstigt werden (Newgard et al., 2009).

Gut zu wissen: Die Ahornsirup-Krankheit ist eine seltene genetische Stoffwechselstörung, bei der der Abbau von Isoleucin gestört ist. Betroffene müssen eine stark BCAA-reduzierte Ernährung einhalten, um neurologische Schäden zu vermeiden.

L-Isoleucin für Sportler – mehr als nur Muskelaufbau

Sportler setzen Isoleucin gezielt ein, um die Muskelregeneration zu beschleunigen und Muskelabbau zu verhindern.

Studien zeigen:

  • BCAAs verbessern die Leistungsfähigkeit und verringern Muskelermüdung (Harper et al., 1984).
  • Eine gezielte Zufuhr kann die Wiederherstellung der Glykogenspeicher nach dem Training fördern.
  • Die Kombination mit Leucin und Valin steigert den Effekt, da sich die BCAAs gegenseitig in ihrer Funktion ergänzen.

Wichtig für die Praxis: Die Einnahme von Isoleucin sollte mit ausreichend Flüssigkeit erfolgen, da überschüssige BCAAs über die Nieren ausgeschieden werden.

Fazit – für wen ist L-Isoleucin besonders wichtig?

Isoleucin ist eine essenzielle Aminosäure, die zahlreiche wichtige Funktionen im Körper erfüllt. Besonders profitieren könnten:

  • Sportler, die Muskelaufbau und Regeneration unterstützen wollen
  • Personen mit schwachem Immunsystem oder langsamer Wundheilung
  • Menschen mit Blutzuckerproblemen, da Isoleucin den Glukosestoffwechsel beeinflusst
  • Personen mit eiweißarmer Ernährung, die ihren Bedarf schwer decken können

Wer Isoleucin gezielt ergänzen möchte, kann mit einer Dosierung von 5–10 g täglich starten, idealerweise in Kombination mit Leucin und Valin.

Richtig dosiert, kann Isoleucin nicht nur den Muskelaufbau fördern, sondern auch das Immunsystem stärken, die Wundheilung verbessern und den Blutzuckerspiegel stabilisieren.

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Beitragsbild: 123rf.com – ralwel

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.03.2022 aktualisiert.

René Gräber

René Gräber

Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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