Vitamin und Spurenelement-Mangel bei Covid-19 Patienten

Zur Bedeutung der Mikronährstoffe für den Organismus und dessen Gesundheit hatte ich diesen Beitrag veröffentlicht: Häufig gestellte Fragen zu Vitalstoffen.

Mitte März 2022 erschien ein Beitrag der „Dr. Rath Health Foundation“ (Link), der eine neue Analyse veröffentlichte, die sich mit Mikronährstoffmangel und Covid-19 bedingter Hospitalisierung und dem Risiko für eine Intensivbehandlung und Tod befasste.

Der Beitrag beruht auf einer systematischen Analyse, die von griechischen Wissenschaftlern durchgeführt und im Februar 2022 publiziert wurde (Link).

In dieser Analyse wurden 31 Studien begutachtet, davon 27 Beobachtungsstudien und vier klinische Arbeiten. Insgesamt lagen Daten von über 8600 Patienten vor. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 61 Jahren. 14 der Arbeiten untersuchten Vitamin D, zwölf Arbeiten Calcium, vier Arbeiten Zink, vier Arbeiten Magnesium, drei Arbeiten Phosphor, zwei Arbeiten Vitamin C, zwei Arbeiten Selen und zwei Arbeiten Folat (Folsäure – Vitamin B9).

Zum Vitamin D: Die meisten Studien im Zusammenhang mit Covid-19-Patienten konnten feststellen, dass normale Vitamin-D-Konzentrationen bei Krankenhauseinweisungen eine gute Prognose darstellen. Daher sehen sie dies als eine Bestätigung der Hypothese an, dass Vitamin D als Immunbooster und antiviraler Wirkstoff angesehen werden kann.

Hierzu hatte ich ebenfalls einige Beiträge veröffentlicht:

Calcium: Bereits vor dem Auftreten von Covid-19 war bekannt, das herabgesetzte Konzentrationen von Calcium das Risiko für eine Reihe von viralen Infektionen erhöht. Ein normaler Calcium-Wert wirkt protektiv und senkt das Mortalitätsrisiko.

Zink: Ein Mangel hier behindert die Entwicklung von Immunzellen. In der Praxis hat sich dann besonders bei älteren Patienten gezeigt, dass die Anfälligkeit für virale Infektionen und Lungenentzündung deutlich erhöht ist. Die Gabe von Zink-Supplementen gilt als effektiv bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten. Bei der Behandlung von Covid-19-Patienten sind ähnliche Effekte beobachtet worden.

Selen: Die Forscher äußern sich auch positiv über Selen, das sie als entscheidenden Biomarker für die Prognose mehrerer Virusinfektionen beschreiben, darunter Influenza, Coxsackie-Virus, Cytomegalievirus und Hepatitis C. Sie stellen außerdem fest, dass niedrige Selenspiegel mit einer hohen Pathogenität der Influenza und einer unterdrückten Immunantwort in Verbindung gebracht wurden und verweisen auf die negative Rolle von Selenmangel bei COVID-19-Patienten.

Vitamin C: Im Gegensatz dazu beschreiben die Autoren die Lage für Vitamin C als „unklar“. Dies ist umso erstaunlicher, da gerade zu diesem Thema bereits etliche Arbeiten veröffentlicht wurden, die wenig Unklarheit aufkommen ließen. Auch hierzu hatte ich einige Beiträge geliefert:

Hohe Dosen intravenösen Vitamin Cs verbessern die Sauerstoffaufnahme des Blutes, reduzieren Entzündungen und reduzieren die Zahl der Krankenhaustage und Mortalität.

Am Schluss des Abstracts dann noch eine Kuriosität, die sich die Autoren erlauben:

Erst sagen sie: „Ein Mangel an Mikronährstoffen bei der Aufnahme ins Krankenhaus scheint mit einem hohen Risiko für die Aufnahme auf die Intensivstation, einer Intubation und sogar den Tod verbunden zu sein.“

Gefolgt vom letzten Satz, der eine vollkommen unwissenschaftliche Schlussfolgerung wiedergibt: „Dennoch sind die Beweise für ein Eingreifen nach wie vor unklar.“

Wie lautet die Begründung hier für die „Unklarheit“? Antwort: „Dennoch“! Die Vokabeln „dennoch, trotzdem“ etc. haben mit wissenschaftlichen Begründungen überhaupt nichts zu tun, was die Widersprüchlichkeit der beiden letzten Sätze plastisch belegt.

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Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Dieser Beitrag wurde am 21.04.2022 erstellt

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