Aminosäuren

Asparagin – Eine vielseitige Aminosäure mit besonderen Stoffwechselfunktionen

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber
René Gräber

Asparagin ist eine proteinogene Aminosäure, die in fast allen Eiweißen vorkommt und zahlreiche Stoffwechselprozesse beeinflusst. Sie wurde erstmals aus Spargel (Asparagus officinalis) isoliert, was ihr auch den Namen verlieh. Obwohl der Körper Asparagin selbst synthetisieren kann, spielt die Aminosäure eine wichtige Rolle für das Nervensystem, den Energiestoffwechsel und die Entgiftung von Stickstoffverbindungen.

Was ist Asparagin?

Asparagin (Asn oder N, Summenformel C4H8N2O3) ist eine nicht-essenzielle Aminosäure, die der menschliche Organismus selbst herstellen kann. Sie ist ein bedeutender Bestandteil von Enzymen, Antikörpern und Strukturproteinen.

Strukturell ist Asparagin eng mit der Asparaginsäure (Asp oder D) verwandt, die auch als Aspartat bekannt ist. Beide Aminosäuren können im Körper ineinander umgewandelt werden. Während Asparaginsäure eine saurere Reaktion zeigt, hat Asparagin eine amidrige Seitenkette, die es besonders hydrophil (wasserlöslich) macht.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Asparagin für den typischen Uringeruch nach Spargelverzehr verantwortlich sei. Tatsächlich stammen die geruchsintensiven Verbindungen von schwefelhaltigen Stoffen in Spargel, während Asparagin selbst geruchlos ist.

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Bedarf und Quellen von Asparagin

Da der Körper Asparagin selbst herstellen kann, gibt es keine offiziellen Empfehlungen für eine tägliche Zufuhr. Dennoch kommt die Aminosäure in vielen Lebensmitteln vor.

Asparaginreiche Lebensmittel (pro 100 g):

  • Sojabohnen (trocken): 4,0 g
  • Spargel: 3,5 g
  • Fleisch (Rind, Schwein, Huhn): 2,5–3,5 g
  • Fisch: 2,5–3,0 g
  • Kartoffeln, Nüsse, Getreide: 1,5–2,5 g

Die normgerechte Blutkonzentration von Asparagin liegt bei 47 µmol/l (Mikromol pro Liter). Ein Arzt kann diesen Wert zur Diagnose eines Mangels oder Überschusses bestimmen.

Asparagin-Mangel – Wann kann er auftreten?

Ein Asparagin-Defizit ist äußerst selten, da der Körper die Aminosäure selbst synthetisiert. Allerdings können bestimmte Bedingungen den Bedarf erhöhen und so einen relativen Mangel verursachen:

Risikofaktoren für Asparagin-Mangel:

  • Proteinmangel durch unzureichende Ernährung
  • Chronische Erkrankungen wie Leberinsuffizienz
  • Extremer körperlicher oder geistiger Stress
  • Schwere Infektionen oder Operationen

Symptome eines Asparagin-Mangels:

  • Leistungsminderung und Müdigkeit
  • Schwächung des Immunsystems
  • Schlechte Wundheilung
  • Potenzprobleme
  • Nierenfunktionsstörungen

Ein Mangel kann durch eine eiweißreiche Ernährung oder Asparagin-Supplemente ausgeglichen werden.

Studie zur Asparagin-Supplementation:

Eine Untersuchung zeigte, dass Asparagin die Erholung von schwerkranken Patienten unterstützen kann, indem es den Energiestoffwechsel stabilisiert (Reubi et al., 1980, Journal of Neurochemistry).

Asparagin-Überschuss – Gibt es Risiken?

Bei normaler Ernährung kommt es nicht zu einem Asparagin-Überschuss. Übermäßig hohe Zufuhrmengen durch Supplemente könnten jedoch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen:

Mögliche Symptome bei Überdosierung:

Obwohl Asparagin für die Entgiftung und den Stickstofftransport wichtig ist, könnte ein Übermaß eine zusätzliche Belastung für die Nieren darstellen.

Asparagin im Stoffwechsel – Welche Funktionen erfüllt es?

  1. Neurotransmitter-Vorstufe

Asparagin ist ein Ausgangsstoff für die Neurotransmitter Aspartat und Glutamat, die an der Signalübertragung zwischen Nervenzellen beteiligt sind.
(Reubi et al., 1980, Journal of Neurochemistry).

  1. Energiebereitstellung und Glucose-Ersatz

Asparagin kann im Körper zu Oxalacetat umgewandelt werden, das in den Citratzyklus eintritt. Dieser Prozess dient der Bereitstellung von Stoffwechselenergie. Dadurch kann Asparagin bei Bedarf Glucose (Blutzucker) ersetzen.

  1. Entgiftung von Ammoniak

Beim Abbau von Asparagin entsteht zunächst Asparaginsäure, wobei Ammoniak freigesetzt wird. In der Leber wird dieses Gift im Harnstoffzyklus in eine unschädliche Form überführt und über die Nieren ausgeschieden.

  1. Harntreibende und blutreinigende Wirkung

Historische Beobachtungen deuten darauf hin, dass Asparagin die Nierenfunktion unterstützen und die Ausscheidung von Schadstoffen fördern könnte.
(Munk, 1883, Springer Verlag).

Medizinische Anwendungen von Asparagin

Asparagin wird in der parenteralen Ernährung (Infusionen) zur Unterstützung schwerkranker Patienten eingesetzt. Zudem ist es ein Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln im Fitnessbereich, die für Muskelaufbau und Regeneration beworben werden.

Asparagin und Krebs – Eine kritische Betrachtung

Eine Studie legt nahe, dass eine asparaginreiche Ernährung die Metastasierung von Brustkrebs fördern könnte. In Versuchen mit Mäusen führte eine hohe Asparagin-Zufuhr zu einer verstärkten Tumorausbreitung, während eine Einschränkung der Aminosäure das Fortschreiten der Krankheit verlangsamte.

Studie zu Asparagin und Krebs:

Knott et al. (2018, Nature) zeigten, dass eine Blockierung der Asparagin-Produktion die Metastasenbildung bei Brustkrebs reduzierte. Sollte dies auch für den Menschen zutreffen, könnten neue Therapieansätze entwickelt werden.

Asparagin und Acrylamid – Ein Problem bei starker Erhitzung

Beim starken Erhitzen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln mit Asparagin kann das krebserregende Acrylamid entstehen. Besonders gefährlich sind:

  • Pommes frites, Chips und stark gebackenes Brot
  • Kekse, Frühstückscerealien und Kaffee

Studie zu Asparagin und Acrylamid:
Stadler et al. (2002, Nature) fanden heraus, dass Acrylamid durch die Maillard-Reaktion zwischen Asparagin und Zucker entsteht. Schonende Zubereitung bei niedrigeren Temperaturen kann das Risiko verringern.

Asparagin einnehmen – Ist eine Supplementation sinnvoll?

Empfohlene Dosierungen:

  • Allgemeine Ergänzung: Nicht notwendig bei normaler Ernährung
  • Medizinische Anwendung: Parenterale Ernährung bei Mangelzuständen
  • Fitnessbereich: Teilweise in Muskelaufbau-Präparaten enthalten

Die Einnahme von Asparagin als Supplement ist nicht empfohlen, da der Körper die Aminosäure selbst herstellen kann. Eine übermäßige Zufuhr könnte eher unerwünschte Nebenwirkungen verursachen als Vorteile bringen.

Fazit – Welche Bedeutung hat Asparagin?

  • Essenziell für Proteine, Enzyme und Neurotransmitter
  • Unterstützt den Energiestoffwechsel und die Entgiftung
  • Kann bei Krebs und Acrylamidbildung problematisch sein
  • Eine Supplementation ist meist überflüssig

Wer sich eiweißreich und ausgewogen ernährt, versorgt seinen Körper bereits mit ausreichend Asparagin.

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Beitragsbild: 123rf.com – anton-lebedev

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.03.2025 aktualisiert.

René Gräber

René Gräber

Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Dabei spielen zahlreiche Vitalstoffe in der Behandlung eine Rolle, die in zahlreichen Fällen enorm helfen können.

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