Zu niedrige Vitamin-D Einnahme wegen Statistikfehler

Bis heute geht die Schulmedizin davon aus, dass es in Deutschland praktisch keinen Vitamin-D-Mangel gibt. Als Grund wird hierfür angeführt, dass nur ein Bruchteil der Bevölkerung unter dem Wert von 20 ng/mL Calcidiol, der Speicherform des Vitamin D, liegt.

Es hat sich inzwischen aber gezeigt, dass dieser Grenzwert bestenfalls ausreicht, um eine Rachitis zu vermeiden.

Für andere vitale Funktionen des Vitamin D im Organismus reicht dieser Wert bei weitem nicht aus. Ein anzustrebender Minimalwert läge bei 30, besser noch bei 50 ng/mL.

Vitamin D Grenzwert – ein „statistischer Berechnungsfehler“?

Die Zahl der chronischen Erkrankungen (auch fälschlicherweise „Zivilisationskrankheiten“) genannt, ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Viele dieser Erkrankungen zeigen eine Korrelation mit deutlich erniedrigten Vitamin-D-Spiegeln. Und für eine Reihe dieser Erkrankungen gibt es ernst zunehmende Hinweise, dass der Vitamin-D-Mangel hier zumindest die Entstehung der gesundheitlichen Störung fördert, wenn nicht sogar mit verursacht.

Mit eine Grundlage hierfür ist der von der Schulmedizin „berechnete“ Grenzwert von 20 ng/mL. Wie es aussieht, ist dieser Wert Resultat eines Berechnungsfehlers, der sich allerdings hartnäckig in der Schulmedizin hält.

Im Jahr 2014 erschien eine Neuberechnung[1] der täglich empfohlenen Dosis für Vitamin D von einem Team von Wissenschaftlern aus der Universität von Alberta, Kanada.

Und dort erfahren wir Folgendes:

Es gibt eine tägliche empfohlene Dosis für Vitamin D und andere Nährstoffe und Vitamine, die 2011 vom Institute of Medicine (IOM) auf Anfrage der amerikanischen und kanadischen Regierungen erstellt wurde. Die Definition für die tägliche empfohlene Dosis besagt, dass mit dieser Dosierung genügend Nährstoffe oder Substanzen eingenommen werden, sodass der notwendige Bedarf von 97,5 % der gesunden Individuen abgedeckt wird.

Diese Empfehlung lautete für das Vitamin D (Calcidiol) 600 Einheiten pro Tag, die bei Personen von 1-70 Jahren einen Calcidiol-Spiegel von 50 nmol/L (20 ng/mL) Minimum bei 97,5 % der gesunden Individuen aufbaut. Mit diesem Wert wäre dann gewährleistet, dass die Knochengesundheit garantiert sei und andere Erkrankungen verhindert würden.

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Das IOM basiert seine Empfehlung für Vitamin D auf einer Zusammenfassung von zehn Studien, in denen Vitamin D supplementiert wurde. Diese Studien wurden in Wintermonaten und an Orten, die über dem 50. Breitengrad lagen, durchgeführt, um eine Beeinflussung der körpereigenen Vitamin-D-Produktion durch UV-Strahlen auszuschließen.

Eine Reihe dieser Studien hatte zudem mehr als nur eine Dosierung untersucht, sodass insgesamt 32 Dosierungen und deren Durchschnittswerte für die Auswertung zur Verfügung standen.

Die Abbildung 1 zeigt die eingesetzten Dosierungen und die sich daraus ergebenden Konzentrationen.

Danach berechnete das IOM den oberen und unteren Bereich, in dem sich 95 % der als ausreichend erachteten Konzentration ergibt. Die Abbildung zeigt, dass bei einer täglichen Gabe von 600 Einheiten Vitamin D ein Calcidiol-Spiegel von 63 nmol/L (25,2 ng/mL) im Durchschnitt zu erwarten ist. Der untere Bereich des 95 % Intervalls zeigt einen Wert von 56 nmol/L (22,4 ng/mL) für besagte 600 Einheiten täglich. Die IOM hatte den unteren Wert auf 50 nmol/L (20 ng/mL) abgerundet, um Unwägbarkeiten bei der Schätzung auszugleichen.

Und damit hatte das IOM seinen täglich empfohlenen Dosiswert, bei dem 97,5 % der Individuen angeblich ausreichend versorgt seien. Und das halten die Autoren aus Kanada für einen Fehlschluss.

Sie berechneten bei acht Studien, die bei ihren Ergebnissen nicht nur Durchschnittswerte, sondern auch Standardabweichungen angegeben hatten, die Dosierungen und die sich daraus ergebenden Konzentrationen neu. Insgesamt standen ihnen dazu 23 verschiedene Dosierung zur Verfügung.

Zur Bestimmung des unteren Bereiches des 95 % Intervalls berechneten sie das 0,025-Quantil (2,5 %, die außerhalb des Bereichs liegen), indem sie zwei Standardabweichungen von dem Mittelwert abzogen. Das Resultat war eine neue Linie (in rot), die den unteren Bereich der gegebenen Dosierungen markiert.

Dies bedeutet mit anderen Worten, dass die angenommenen Dosierungen des IOM bei weitem nicht die Calcidiol-Konzentrationen erzeugen, wie sie das IOM errechnet hatte. Die Neuberechnung zeigt, dass die Gabe von 600 Einheiten täglich bei 97,5 % der Gesunden nur einen Wert von 26,8 nmol/L (10,7 ng/mL) aufbaut. Um die gewünschten 50 nmol/L zu erreichen, müsste man aufgrund der Neuberechnung täglich fast 9000 Einheiten geben.

Schlussfolgerung der Autoren: Die Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit sind aufgrund der Fehlberechnung der empfohlenen täglichen Dosis beträchtlich. Mit den bislang empfohlenen 600 Einheiten wären noch nicht einmal die Voraussetzungen zur Erhaltung der Knochengesundheit garantiert.

Hierfür zitieren die Autoren zwei Studien aus Kanada. Eine Studie berechnete, dass trotz Supplementierung mit 400 Einheiten pro Tag und 232 Einheiten Vitamin D in der Nahrung mindestens 10 % der Teilnehmer einen Wert von unter 50 nmol/L aufwies.

Die zweite Studie zeigte hier einen Wert von sogar 15 % der Teilnehmer. Sie geben dabei zu bedenken, wenn die gegenwärtige Dosisempfehlung adäquat wäre, dann dürften diese Prozentangaben die 2,5 %-Marke nicht überschreiten.

Von daher empfehlen sie, die alten Empfehlungen für Vitamin D zum Wohle der öffentlichen Gesundheit zu korrigieren.

Ausführlich zum Vitamin D berichte ich für Sie in meinem „Vitamin-D-Buch“ : René Gräber – Die Vitamin D Therapie.

Vitamin D Buch von Rene Gräber

Quellen:

[1]     Nutrients | Free Full-Text | A Statistical Error in the Estimation of the Recommended Dietary Allowance for Vitamin D | HTML

René Gräber

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3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Hallo,
    ich habe seit ca. einem Jahr definitiv die Prognose MS erhalten bekommen und bin den Weg des CP (Coimbra Protokolls) gegangen. Nach zwei Versuchen mit zwei unterschiedlichen CP-Ärzten, die einmal in Hamburg ansäßig sind (ein Herr Mayerhoff) und einer Frau bei Bremen (eine Frau Stritzke) mußte ich den Weg des CP leider alleine fortführen. Ich checke monatlich den Parathormon-Spiegel, Checke alle drei Monate über den 24 Std. Urin das Kreatin, das Calzium und das Phosphat.
    Ich suche weiterhin nach einem Arzt bzw. nach einer Person, die mich im Sinne des CP unterstützen würde.
    Ich habe bereits sehr gute Erfolge mit der vermehrten Aufnahme mit dem Vitamin K2 MK/ vorzuweisen und kann darüber gerne mehr berichten. Meine nächste Knochendichte-Messung möchte ich im Dezember durchführen, worauf ich bereits jetzt schon sehr gespannt bin!!!
    Mit freundlich Grüßen,
    M

  2. Avatar

    Bin ganz Ihrer Meinung. Ich glaube in diesem Fall nicht an Hypervitaminose weil, wie soll es sein, dass man zu viel / zu lange Sonne in seinem Leben abbekommt!? Meine Erfahrung mit Naturvölkern unterstreicht diesen Effekt. Sie leben einfach mit der Sonne und haben starke Knochen und (wo der Zucker noch nicht Einzug gehalten hat) weiße, gesunde Zähne. Ist ein Beispiel, welches mir dazu einfällt. MfG, Sandra W.

  3. Avatar
    sieglinde Gittfried

    10. Oktober 2020 um 16:37

    Sehr geehrter Herr Gräber!
    Es geht um das Vitamin D. Seit über einem Jahr nehme ich das 3 Tausender von Herbafit ein, und das 13 Stück am Tag.und 5 K 2 über den Tag verteilt ein (Auch noch Andere Vitamin-.Kapseln ) Nun habe ich vonKäräuterhaus St. Bernhard, wo ich meine Moringa und Zimtkapseln bestelle, im Prospekt vom Vitamin D, in der größe von 5.600,welches nur 1 Mal in der Woche zu nehmen sei.
    Meine Anfrage, ob ich es nicht zeimal in der Woche nehmen kann, weil ich doch täglich seither 39 Tausend zu mir nehme.
    da bekam ich die E-Mail, dass auf keinen Fall man mehr einnehmnen dürfe.
    Die Kapseln haben die gleiche Größe, wie die 3tausendert.
    Die Schwiegermutter meiner tochter ist Beinamputiert und muss laut Arzt 20 Tausend am Tag einnehmen.
    Könnten Sie mir Herr Gräber bitte weiter helfen, wie ich das V D 3 in der Größe von 5.600 einnehmen kann?
    iCH WÄRE iHNEN ZU GRO?EM dANK VERPFLICHTET
    Mit freundlichen Grüßen
    Sieglinde Gittfried

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