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Zahlreiche Medikamente führen zu Vitamin-Mangel

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Unsere Ernährung ist heute geradezu üppig. Die meisten Menschen bedienen sich am vielfältigen Angebot an Obst- und Gemüsesorten. Und das nicht nur, weil sie diese gerne lecker essen. Auch gesundheitliche Überlegungen spielen hier eine Rolle.

Trotzdem stellen Wissenschaftler immer wieder fest, dass auch bei guter Ernährung ein Mangel an einigen Vitaminen (Hypovitaminose) viel häufiger auftritt, als dies eigentlich zu erwarten wäre. Warum das so ist, darauf gibt es verschiedene Antworten.

Manche Wissenschaftler meinen, es sei schlicht eine Alterserscheinung. Andere halten viele Hypovitaminosen für Nebenwirkungen (im Englischen: Side-Effect) von Medikamenten.

Eine bekannte Vertreterin der Side-Effect-Theorie ist die US-amerikanische Apothekerin Suzy Cohen. Sie kann sich mittlerweile auf eine ganze Reihe von Studien berufen, die den Zusammenhang bei einigen Medikamenten belegen.

In ihrem Buch „Drug Muggers“ (Deutsch: „Vorsicht Nährstoffräuber“) beschreibt Suzy Cohen einen regelrechten Teufelskreislauf. Er nimmt seinen Anfang mit der Verschreibung eines Medikamentes, das den biologischen Haushalt eines oder mehrerer Vitamine stört. Die Hypovitaminosen führen dann zu Krankheiten, die wiederum mit Medikamenten behandelt werden. Neue Vitamin-Mangelerkrankungen sind die mögliche Folge.

Hier einige Beispiele.

Cholesterin-Senker

Dass Hypovitaminosen oft Medikamenten-Nebenwirkung sind, ist in vielen Fällen nachgewiesen. Dies betrifft unter anderem eine Arzneimittelgruppe, die außerordentlich profitabel ist, weil die Tabletten gegen eine Volkskrankheit verordnet werden: Die Cholesterin-Senker aus der Klasse der Statine. Die Wirkstoffe blockieren die Cholesterin-Synthese im Körper. Doch sie stören auch die Bereitstellung von Ubichinon (Coenzym Q10). Das Vitamin ist ein Faktor der Atmungskette im Energiestoffwechsel der Zelle und hat daher schon bei diskretem Mangel gravierende Folgen. Der Zusammenhang der Hypovitaminose mit der Statin-Medikation ist mittlerweile belegt und unbestritten (Caso G, et al. Effect of coenzyme q10 on myopathic symptoms in patients treated with statins. Am J Cardiol 2007;99(10): 1409 –1412).

Und gerade über die Cholesterin-Senker lässt sich noch einiges Weitere berichten. Warum ich diese Medikamenten-Gruppe auf keinen Fall anrühren würde, beschreibe ich in meinem Buch: Das Märchen vom bösen Cholesterin.

Säure-Blocker

Eine US-amerikanische Studie an fast 26.000 Patienten dokumentiert den Effekt bei Säureblockern (Antazida). Wissenschaftler untersuchten Medikamente aus der Gruppe der Protonen-Pumpen-Hemmer und der Histamin-Rezeptor-Antagonisten. Die Mittel unterdrücken die Säure-Produktion des Magens und sind gängige Pharmaka gegen Sodbrennen und zur Prophylaxe von Magengeschwüren. Wegen der weit verbreiteten Anwendung sind die Präparate ökonomisch von großer Bedeutung. Die kalifornischen Wissenschaftler konnten nachweisen, dass beide Medikamente zur Unterversorgung mit Vitamin B12 führen (http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1788456). Vitamin B12 erfüllt wichtige Funktionen im Aminosäure-Stoffwechsel. Eine Hypovitaminose zeigt sich vor allem durch Anämie und neurologischen Störungen.   

Antidiabetika

Metformin ist ein Medikament zur Behandlung von Diabetes-Typ-2 („Altersdiabetes“). In einer Langzeitstudie mit fast 7.000 Patienten befassten sich US-amerikanischer Ärzte mit den Nebenwirkungen. Dabei belegten die Wissenschaftler ein ums 2,5-Fache erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung mit Vitamin B12, wenn Diabetiker Metformin einnehmen. Daraufhin empfahlen die Forscher betroffenen Menschen dringend eine Supplementierung mit dem Vitamin
(Reinstatler, L., et al.: Association of biochemical B12 deficiency with metformin therapy and vitamin B12 supplements. Diabetes Care 2012; 327-333).  

Auch hier eine Anmerkung: Statt einfach nur Vitamin B12 zu prüfen, würde ich dazu raten, dass Sie gleich ganz auf Diabetes Typ II verzichten und sich einfach helfen. Mehr dazu beschreibe ich u.a. auf meiner Webseite: Diabetiker-Experte.de und in zahlreichen weiteren Beiträgen...

Antiepileptika

Epileptiker sind auf Medikamente angewiesen, um die Krampfneigung zu vermindern. Doch die Präparate führen zu einem reduzierten Vitamin-D-Spiegel. Zu diesem Schluss kam eine Forschergruppe, die fast 250 Kinder in 3 malaysischen Krankenhäusern beobachtete. Die kleinen Patienten mussten Antiepileptika (AED) einnehmen. Dabei untersuchten die Wissenschaftler von 2014 bis 2015 regelmäßig die Blutwerte im Hinblick auf den Vitamin-D-Status und anderer Parameter des Knochenstoffwechsels. Das Ergebnis war eindeutig: Die AEDs erhöhen das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel signifikant (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/epi.13443/abstract).

Was das für die Knochendichte und das Knochenwachstum bedeutet, belegte schon Prof. Dr. Meier vom Universitätsspital Basel 2011. Dazu untersuchte der Endokrinologe in einer Studie die Auswirkung verschiedener AEDs auf die Knochenmineralisation und den Kalzium-Metabolismus. Dr. Meier konstatierte daraufhin eine verstärkte Neigung zu Störungen der Skelett-Entwicklung, wenn Patienten AEDs einnahmen. Die Medikamente aktivieren höchstwahrscheinlich Enzyme, die Vitamin-D zu physiologisch ineffektiven Formen umbauen. Einen kausalen Zusammenhang zwischen AEDs und Hypovitaminose hält der Mediziner zwar nicht für wissenschaftlich exakt nachgewiesen, rät aber trotzdem zur Vitamin-D-Supplementation während einer AED-Medikation (http://www.epi.ch/_files/Artikel_Epileptologie/Meier_1_11.pdf).

Und auch hier wieder eine Anmerkung: Die Sache mit dem Vitamin D ist recht komplex und in einem Artikel kaum "vernünftig" abzuhandeln. Aus diesem Grund habe ich zahlreiche Fakten und Fragen in Buch: Die Vitamin D Therapie zusammengefasst. Es geht hier nämlich um wesentlich mehr, als "nur" irgendein Vitamin-D-Mittel einzunehmen...

Was kommt noch?

Wahrscheinlich ist die Dunkelziffer der „Vitamin-Räuber“ unter den Medikamenten noch viel höher. Es scheint ja so: Fast immer, wenn die Forscher den Effekt nachweisen wollen, werden sie fündig. Freilich muss dabei auch berücksichtig werden, dass schon im Vorfeld solcher Untersuchungen Verdachts-Momente bestehen müssen. Aber derartige Vermutungen gibt es viele. So sollen viele Analgetika (Schmerzmittel) und Antibiotika ebenfalls die Vitamin-Versorgung beeinträchtigen. Unter den Antihypertonika sollen es speziell die ACE-Hemmer sein, die sich auf den Vitalstoffhaushalt auswirken. Aspirin steht im Ruf, die Vitamin-C-Ausscheidung zu fördern. 

Der verunsicherte Patient   

Viele dieser Erkenntnisse sind gar nicht so neu. In der wissenschaftlichen Grundsatz-Diskussion spielen sie aber eine eher untergeordnete Rolle. Hier kann man schon den Eindruck bekommen, als solle da etwas unter den Teppich gekehrt werden. Schließlich geht es ja auch um ein Milliarden-Geschäft.

Mit dem Thema muss endlich offen, kritisch und konsequent umgegangen werden. Sonst gewinnt auf Seiten der Patienten die vereinfachende und pauschalisierende Parole „Medikamente machen krank“ immer mehr an Boden. Oder stimmt es doch, dass die Pharma-Industrie schädliche Nebenwirkungen bewusst in Kauf nimmt?

Fazit

1. Prüfen Sie ob Sie das Medikament wirklich brauchen und ob es im Verhältnis zu ihren Beschwerden steht. Viel zu oft wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
2. Prüfen Sie, ob bestimmte Vitalstsoffe zusätzlich zugeführt werden sollten.
3. Prüfen Sie, ob es wirksame Alternativen aus der Naturheilkunde gibt. Meine Erfahrung: in den allermeisten Fällen trifft dies zu!
3. Befragen Sie ihren Arzt,Heilpraktiker oder Apotheker dazu. Manche Apotheker und PTAs kennen sich da besser aus, als Ärzte und Heilpraktiker zusammen...

So. Und wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie einfach meinen kostenlosen Newsletter zu solchen Themen an:

P.S.: Kennen Sie übrigens den Unterschied zwischen einem Arzt und einem Mediziner? Ein Mediziner versucht nur ihre Symptome oder Krankheiten abzustellen. Ein Arzt versucht Sie bei Ihrer Heilung zu begleiten und zu unterstützen.

Die Artikel wurde am 22.11.2016 erstellt und letztmalig am 1.12.2016 ergänzt.  

 

 

 

 

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