Vita Biosa – was ist drin, wobei hilft es?

Bei der wissenschaftlichen Beurteilung von probiotischen Kulturen beginnt die Wissenschaft langsam die Effekte der Probiotika zu verstehen und einzuschätzen.

Im Wesentlichen handelt es sich dabei um drei Charakteristika:

1. Die Unterdrückung anderer Mikroorganismen durch die Produktion aktiver, anti-bakterieller Substanzen oder durch den Wettbewerb der probiotischen Organismen um Nahrung und Lebensräume.
2. Verbesserung der Aktivitäten von schützenden Enzymen und die Abnahme von Enzymen mit schädigenden Einflüssen.
3. Stimulation der körpereigenen Abwehrkräfte durch die Verbesserung seiner Makrophagenaktivitäten und der spezifischen Immunabwehr (Antikörperproduktion).

Das Mittel „Vita Biosa“ und seine Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe von Vita Biosa sind Wasser, Molasse vom Zuckerrohr, Saccharose, Fructose, Dextrose (Glucose), pflanzliche Stoffe und Fermentationskulturen.

Die Kulturen sind Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium animalis, Streptococcus thermophilus, Lactobacillus casei, Lactococcus lactis ssp. lactis, Lactococcus lactis ssp. lactis bv. diacetylactis, Leuconostoc pseudomesenteroides, Streptococcus thermophilus.

Bei den pflanzlichen Stoffen handelt es sich um Pimpinella anisum (Anis) 9%, Glycyrrhiza glabra (Süßholzwurzel) 9%,, Foeniculum vulgare (Fenchel) 9%, Ocimum basilicum (Basilikum) 4,5%, Matricaria, recutita (Kamille) 4,5%, Anthriscus cerefolium (Kerbel) 4,5%, Anethum, graveolens (Dill) 4,5%, Sambucus nigra (Holunder) 4,5%, Trigonella foenumgraecum (Bockshornklee) 4,5%, Zingibere officinal (Ingwerwurzel) 4,5%, Angelica archangelica (Engelwurz) 4,5%, Juniperus communis (Wacholder) 4,5%, Urtica dioica (Brennnessel) 4,5%, Origanum vulgare (Oregano) 4,5%, Petroselium crispum (Petersilie) 4,5%, Mentha piperita (Pfefferminz) 4,5%, Rosmarinus officinalis (Rosmarin) 4,5%, Salvia officinalis (Salbei) 4,5%, Thymus vulgaris (Thymian) 4,5%. Laut Angaben des Herstellers beträgt der Gesamtgehalt an pflanzlichen Stoffen weniger als 1 Prozent. Damit fällt also der Anteil an probiotischen Inhaltsstoffen deutlich höher aus.

Milchsäure-Kulturen können unterteilt werden in mesophile und thermophile Milchsäurebakterien. Mesophile Bakterien gedeihen in einem Temperaturbereich von 30 bis 40 Grad Celsius, thermophile zwischen 40 und 80 Grad. Mesophile Bakterien werden in der Regel benutzt, um Milchprodukte, wie Buttermilch, Kefir, Käse etc. herzustellen. Thermophile Bakterien dagegen werden bevorzugt gebraucht, um Yoghurtprodukte herzustellen.

Unter den mesophilen Bakterien in Vita Biosa, mit einer Wachstumstemperatur von 20 bis 30 Grad Celsius gehören folgende Mikroorganismen: Lactobacillus lactis ssp. lactis, Lactobacillus lactis ssp. diacetylactis, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei, Bifidobacterium animalis und Leuconostoc. Die thermophilen Laktobakterien (45 Grad Celsius als Wachstumstemperatur) sind: Streptococcus thermophilus.

Im Folgenden werden die spezifischen Aktivitäten der Mikroorganismen diskutiert, die in Vita Biosa enthalten sind.

Laktobakterien und deren gesicherte Effekte

1. Reduktion von Laktoseintoleranz
Auf wissenschaftlicher Basis wurde eine Verbesserung der Milch- und Milchproduktintoleranz unter laktoseintoleranten Patienten nach Einnahme von L. acidophilus, L. bulgaricus und Streptococcus thermophilus beobachtet. Der Effekt beruht auf der Bildung von ß-Galaktosidase während und nach der Gallensäurepassage.

2. Herabsetzung der Häufigkeit und Dauer von verschiedenen Formen von Durchfällen
Bei bakteriell verursachten Formen von Durchfall (Clostridia) oder viralen Formen (Rotavirusinfektion) und Durchfällen verursacht durch eine Behandlung mit Antibiotika oder Strahlentherapie wurden folgende Effekte beobachtet:

a) Antibiotika Behandlung – gastrointestinale Nebenwirkungen tauchen oft auf aufgrund der Einnahme von Antibiotika, wie Penicillin, Erythromycin etc. Eine präventive Gabe von L. acidophilus z.B. konnte zeigen, dass die Häufigkeit und Länge von dadurch bedingten Durchfällen abnahm.
b) Reisedurchfall – Die Gabe von L. acidophilus und anderen Stämmen und/oder B. bifido reduzierte die Wahrscheinlichkeit von Reisedurchfällen.
c) Durchfall durch Rotavirusinfektion – Es konnte gezeigt werden, dass L. casei ssp. casei, L. casei ssp. rhamnosus und Streptococcus thermophilus die Dauer von auftretenden Durchfällen abkürzte.

Allerdings gibt es weitere Gründe für das Auftreten von Durchfällen. Von daher wäre es irreführend, Probiotika als das allein heilende Mittel darstellen zu wollen.

3. Reduktion von krebsauslösenden Enzymen im Dickdarmbereich
Der Stuhl und Urin des Menschen enthält aufgrund seiner Zusammensetzung ein gewisses Maß an krebsauslösenden Substanzen per se. Auf der einen Seite kommt dies von den bereits existenten Abfallprodukten, auf der anderen Seite liegt dies auch in den Abfallprodukten bestimmter Darmbakterien begründet. Es wird vermutet, dass im Dickdarmbereich eine Reihe von bakteriellen Enzymen produziert wird, die in der Lage sind, bestimmte Substanzen im Dickdarm in karzinogenes Material zu verwandeln. Die Anwesenheit von L. acidophilus, L. casei, Bifidobacterium usw. senkt das Aufkommen dieser schädlichen Enzyme und damit dieser Substanzen signifikant, z.B. ß-Glucuronidase. Thermophile Kulturen allerdings sind dazu nicht in der Lage.

4. Cholesterinsenker
In-vitro Studien haben gezeigt, dass L. acidophilus in Anwesenheit von Gallensäften in der Lage ist, Cholesterin zu absorbieren und damit den Serumcholesterinspiegel im Organismus zu kontrollieren. Durch den Genuss von 200 g L. acidophilus-reicher Milch oder Vita Biosa täglich wird eine Herabsenkung des Cholesterinspiegels nach 30 Tagen erreicht.

Probiotika und Präbiotika sind eine gesunde Kombination – Präbiotika sind „nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die ihren Wirt günstig beeinflussen, indem sie das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregen und somit die Gesundheit des Wirts verbessern“ (Gibson and Roberfroid, 1995). Ein täglicher Verzehr von 400 ml L. acidophilus, S. thermophilus und Fructooligosaccharide in Form von pflanzlichen Ölen senkt den Cholesterinspiegel um 4,5 Prozent und die LDL (schlechte Cholesterinfraktion) um 5,6 Prozent. Die Prozentangaben können dabei im Einzelfall variieren.

5. Stimulation von Immunzellen
Eine dauerhafte Einnahme von Laktobakterienkulturen – über mehrere Wochen – verbessert die darmabhängige spezifische und unspezifische humorale und zelluläre Immunabwehr und deren Komponenten, wie IgA, IgM, Zytokine (Interleukine, Interferon), Monozyten, Makrophagen, Lymphozytenaufkommen in den Darmschleimhäuten etc.

L. acidophilus z.B. hat einen positiven Einfluss auf Phagozytosezellen. So stimulieren L. acidophilus und Bifidobacterium die Phagozytose bei Granulozyten und Monozyten (unspezifisches Immunsystem). L. casei ssp. casei, L. casei ssp. rhamnosus und S. thermophilus verbessern die Funktion des Immunsystems, was z.B. die Dauer einer Rotavirusinfektion deutlich verkürzt.

Bei gesunden Leuten erhöht eine kontinuierliche Einnahme von Laktobakterien die Anzahl an B-Lymphozyten im Blut in den äußeren Gliedmaßen. Gleichzeitig kann eine reduzierte Aufnahme von bakteriellen Antigenen in der Darmschleimhaut beobachtet werden. Bei Patienten mit Dick- und Enddarmkrebs führt die Gabe von L. casei nach einem Monat zu einer verbesserten Leistung der T-Helferzellen. Gleichzeitig werden T-Suppressorzellen deutlich reduziert. Laktobakterien stärken allgemein die Immunantwort des Organismus gegen eine Reihe von Krankheitserregern.

6. Milderung von Nebenwirkungen einer Strahlentherapie (bei Krebserkrankungen)
Es gibt einige wissenschaftliche Untersuchungen über den Einfluss von Probiotika auf Strahlentherapie, die zu dem Schluss kamen, dass Probiotika in der Lage sind, die Nebenwirkungen der Strahlentherapie zu dämpfen. Die Einnahme von L. acidophilus resultierte nicht nur in weniger häufig auftretenden Durchfällen sondern auch in einer Verminderung von schweren Langzeiteffekten.

7. Nierenversagen
Chronisches Nierenversagen führt zu einer Ansammlung von Giften im Organismus, die eigentlich von den Nieren herausgefiltert und dann ausgeschieden werden sollten. Diese Gifte – Dimethylamine und Nitrosodimethylamine – Abfallprodukte einer Reihe von Bakterien im Dünndarmbereich, können dann in die Blutbahn eindringen und erreichen die einzelnen Organe. Eine Gabe von L. acidophilus bewirkt dagegen einen deutlichen Abbau dieser Gifte im Blut und teilweise schon im Dünndarmbereich.

8. Positive Effekte auf die Darmflora
Hier wirkt der Barriereneffekt: Eine Langzeitanwendung von Laktobakterien verwandelt diese in eine Art Schleimhautrezeptoren in der Darmwand, die eine Einnistung von schädlichen Bakterien verhindern. Voraussetzung für eine Stabilisierung des Lebensraums im Darm ist eine dauerhafte Zufuhr von Prä- und Probiotika. Laktobakterien produzieren Substanzen durch ihren Stoffwechsel, die für Krankheitserreger toxisch (giftig) sind. Dies gilt im Magenbereich für z.B. Helicobacter pylori, als auch für Dünn- und Dickdarm.

Zusätzlich bewirkt das vermehrte Auftreten der probiotischen Laktobakterien im Magen-Darm-Trakt eine verstärkte Konkurrenz gegenüber Krankheitserregern um Lebensraum und Nahrungseinheiten. Alleine die Übermacht der Laktobakterien ist oft schon in der Lage, unerwünschte Mikroorganismen zu verdrängen.

Ein weiterer Faktor ist die Einflussnahme auf das Darmmilieu. Hier wird oft der pH-Wert gesenkt, bedingt durch die Produktion von stoffwechselbedingten Säuren wie der Milchsäure, Essigsäure, Propionsäure usw., die einen negativen Einfluss auf das Wachstum von Krankheitserregern haben. Es wird weiterhin vermutet, dass Laktobakterien einen Schutz gegen die Entwicklung von Krebsformen im Magen-Darm-Trakt bieten kann, da krebserregende Stoffe in der Nahrung inaktiviert werden. Des Weiteren wird die Tendenz, primäre Gallensäuren in krebserregende Formen umzuwandeln, herabgesetzt.

Im Allgemeinen wird das Immungeschehen gegen Tumorbildung und Tumore verbessert durch die Förderung des Immunsystems, wie weiter oben beschrieben. Die Anwesenheit von Probiotika senkt die Schäden bei der DNA der Schleimhautzellen im Darm. Praktischere Vorteile der Probiotika sind zusätzlich der positive Einfluss auf Verstopfungen, die Prophylaxe und Therapie von vaginalen Pilzinfektionen und die günstige Beeinflussung von bestehenden Allergien.

Datum: Freitag, 8. Juli 2011 15:57
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2 Kommentare

  1. 1

    Sehr schöner und hilfreicher Artikel, danke!
    Was mir noch wichtig wäre zu wissen, ob man Vita Biosa auch nehmen kann trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme. Z.B. bei Multiple Sklerose und auch Fibromyalgie im Zusammenhang mit Antidepressiva. Gibt es Interaktionen?

    Viele Grüße!

    Antwort René Gräber:
    Auf den ersten Blick würde ich meinen, dass keine Interaktionen zu erwarten sind. Aber um es spezifischer zu machen: Könnten Sie die Frage bitte bei mir im Yamedo Forum stellen?
    http://www.yamedo.de/forum/
    Ich habe das Forum „extra“ gegründet, weil ich viele Fragen die ich gestellt bekomme bereits mehrmals beantwortet habe.
    Ich beantworte alles gerne, soweit meine Zeit das erlaubt, aber mit so einem Forum ist es sicher einfacher.
    Zudem können andere sich an der Diskussion beteiligen 🙂
    http://www.yamedo.de/forum/
    Ein weiterer Vorteil:
    Ich schreibe etwas mehr, weil es eben auch für andere Leser interessant sein könnte.
    Viele Grüße,
    René Gräber

  2. 2

    Hallo,
    könnte mir bitte jemand sagen, ob man bei der Einnahme von Vita Biosa auf irgend etwas achten muß? Sollte man auf bestimmte Nahrungsmittel, Getränke usw. verzichten?
    Dazu habe ich leider nichts gefunden.

    Im Voraus Danke,
    Elke

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