Arteriosklerose Ursachen

Arteriosklerose, im Volksmund Arterienverkalkung genannt, ist eine der Volkskrankheiten Nummer Eins in Deutschland und anderen Industriestaaten.

Die Krankheit tritt als Folge unserer oft sehr ungesunden Lebensweise auf. Arteriosklerose bekommt man nicht von heute auf morgen. Oft wird sie erst diagnostiziert, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist. Folge der Krankheit sind Verschlüsse der Arterien, die mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen assoziiert werden.

Die Krankheit entwickelt sich langsam. An den Arterienwänden lagern sich im Laufe der Zeit immer mehr Stoffwechselprodukte wie z.B. Cholesterin. Sie verengen das Gefäß, so dass der Blutfluss gestört und irgendwann vielleicht ganz behindert wird. Die Folge ist früher oder später ein Verschluss des Gefäßes.

Entsteht so ein Verschluss in der Herzarterie, nennt man ihn Herzinfarkt. Tritt er in der Hirnarterie auf, ist es ein Schlaganfall. In den Extremitäten kommt es zu Thrombosen. Die am weitesten verbreitete Art der „Thrombose“ ist die Schaufensterkrankheit. Hier wird der Blutfluss der Beine oder des Beckens unterbrochen.

Doch was sind die Ursachen der Arteriosklerose?

Und wie kann man diese bekämpfen?

Der Hauptgrund ist oft wie bereits angedeuted in unserem modernen Lebensstil zu finden. Zu üppiges Essen. Zu fett, zu salzig, zu  stark gewürzte Speisen mit allerhand Zusatzstoffen, und zu viel Zucker. Zu wenig Bewegung bei zunehmend sitzender Tätigkeit. Aber auch der Genuss von Nikotin und Alkohol fördern diese Krankheit.

Auch Bluthochdruck ist ein Grund für die Krankheit Arteriosklerose. Er wird durch Ernährung, Rauchen und Alkohol erhöht. Hier kann ebenfalls mit sportlicher Aktivität und gesunder, fett- und salzarmer Ernährung gegen gesteuert werden.

Erhöhte Werte des Lipoprotein-a, das in die Entstehung der Arteriosklerose involviert ist, können weniger durch die Nahrung beeinflusst werden. Die erhöhte oder verminderte Bildung dieses körpereigenen Bausteins ist oft genetisch bedingt. Das Lipoprotein beeinflusst die Blutgerinnung. Ist der Wert hoch, ist auch die Gerinnungsneigung und damit die Wahrscheinlichkeit eines Verschlusses schon bei einer kleinen Prellung erhöht.

Lipoprotein a ist auch Bestandteil der LDL-Fraktion innerhalb der Cholesterin-Fett-Partikel im Blut. Diese „Chylomikronen“ sind die „Transport-Vehikel“ der Steroide und Lipide, die in den Körperzellen gebraucht werden. Ablagerungen in den Arterien bestehen zum Teil aus diesen Substanzen, weswegen erhöhte Level der LDL für die wesentliche Ursache der Arteriosklerose gehalten werden. Cholesterin-Senker wie Statine sollen das Problem lösen, beeinflussen aber nur einen Faktor des Geschehens (übrigens kann auch die Aufnahme von Ascorbase oder Omega-3-Fettsäuren z.B. aus Fisch und Olivenöl diesen Wert senken).

Die Frage ist trotzdem:

Wieso lagern sich Stoffe an der Gefäßwand ab, die „ganz normal“ im Blut vorkommen?

Um dies zu beantworten betrachten wir ein anderes Kompartiment der gefäßverengenden Plaques: Die sogenannten „Schaumzellen“.

Das sind „ehemalige“ Makrophagen, weiße Blutkörperchen, die im Blut „patrouillieren“ und sich unter bestimmten Bedingungen verändern können. Dies können Entzündungen sein, in deren Folge sich die Makrophagen umformen und der Gefäßwand anhaften.

Sie verklumpen dann mit den Cholesterinen und bilden die Verstopfungen. Gefäßentzündungen breiten sich aber nicht im gesamten Kreislauf aus, sondern nur punktuell. Daher sind Arterien immer nur an eng begrenzten Stellen durch die Plaques beeinträchtigt. Wären die Cholesterin- und Fett-Werte alleine verantwortlich, dann müssten die Arterien gleichmäßig verteilte Ablagerungen aufweisen.

Doch was löst die Entzündungen der Gefäßwände aus?

Hier sind zu allererst die freien Radikale, besonders die reaktiven Sauerstoffspezies zu nennen. Diese aggressiven Verbindungen können mit Recht unter dem Begriff „Schlackenstoffe“ einsortiert werden und entstehen in hohem Maße bei der Verstoffwechselung von Zucker.

Demnach ist ein zu hoher Zucker-Konsum für die Arteriosklerose viel riskanter als die verpönten Cholesterin-Träger wie Schweinefleisch und Eier (zu deren verstärkten Verzehr hier allerdings nicht aufgerufen werden soll!) Über die Bedenklichkeit des Zuckers hatte ich ja auch ein Buch veröffentlicht: Der Zucker-Report – Wie Sie ihre Gesundheit mit Süßigkeiten auf´s Spiel setzen.

Besonders der Genuss von zu viel Fleisch und Nikotin führt im Körper zur vermehrten Bildung von schwefelhaltigen Aminosäuren. Sie erhöhen den Homocystein-Wert, der ebenfalls zu verstärkten Entzündungen führt und ein hohes Risiko für Arteriosklerose darstellt. Und wie man dieses Homocystein positiv beeinflussen kann, darüber hatte ich auch schon berichtet: B-Vitamine senken den Homocystein-Spiegel.

Dann die Sache mit den Mikroben: Bestimmte Viren und Bakterien lösen anscheinend durch „Mikro-Infektionen“ Entzündungen an den Gefäßwänden aus. In den Ablagerungen kommen ungefähr 30 verschiedene Erreger vor, was deutlich auf den Sachverhalt hinweist und quasi einen Indizien-Beweis für die These darstellt.

Wenn sich die saisonale Grippe epidemisch ausbreitet, ereignen sich mehr Herzinfarkte als sonst. Auch hohe Feinstaubwerte provozieren offensichtlich Herzinfarkte, wie Statistiker festgestellt haben – Feinstaub wird durch die Lungen ins Blut resorbiert. Also Vorsicht bei Laserdruckern! Eine Hilfe können auch Luftfilter sein, die kontinuirlich die Raumluft filtern.

Diskutiert werden als Entzündungsverursacher auch kleine Verletzungen der Gefäßwände und Nerven-Störungen. Insgesamt häufen sich die Belege dafür, dass Cholesterin nicht alleine für die Arteriosklerose hinreichend ist, sondern dass „inflammatorische“ (entzündliche) Vorgänge im Zentrum der Betrachtung stehen müssten.

Neuerdings vertreten einzelne Mediziner die Meinung, das Blut-Cholesterin liefere gar nicht den „Klebstoff“ der der Gefäß-Sedimente. Vielmehr stamme dieses Cholesterin aus der Innenwand der Arterien. Hier liegt nach dieser Ansicht der Brennpunkt der Entzündungen und nicht nur das: Die gereizten Kapillaren der Gefäßwand können verstopfen, also einen regelrechten Infarkt auslösen.

Wie bei allen schweren Durchblutungsstörungen nekrotisiert Gewebe (=Untergang), das von den Makrophagen abgebaut wird, die danach auch Cholesterin aus den „gefressenen“ Zellen enthalten. Die gestressten Leukozyten bilden sich zu Schaumzellen um, die zwar die Gefäßwand noch verlassen können, aber nicht mehr frei im Blut-Plasma umherschwimmen können. Sie haften an der Innenwand der Arterie und Schicht für Schicht entstehen die Plaques. Um es nochmal zu unterstreichen: Diese Theorie besagt: „Das Blut-Cholesterin hat mit der Arteriosklerose nichts zu tun.“

Fazit

Die „alte“ Theorie, dass Blutcholesterin die Gefäße verstopfe ist eine Diskussion, die ich bereits seit Kindesbeinen an mit verfolgen durfte (ich komme ja aus einer Mediziner-Familie). Die Theorie war schon immer mehr als merkwürdig. Aber: Das Dogma des „bösen Cholesterins“  wird von immer mehr Ärzten relativiert. Leider von viel zu Wenigen! Die einseitige Sichtweise des Problems, dass Cholesterin böse ist und gesenkt werden muss, führt leider immer noch zu einer problematischen Medikation mit riskanten Nebenwirkungen.

Dazu hatte ich ja auch ein Buch veröffentlicht: Das Märchen vom bösen Cholesterin.

Die Änderung der Lebensweise wird zwar auch von den Schulmedizinern propagiert, aber offensichtlich viel zu wenig betont und therapeutisch begleitet.

Dieser Blogbeitrag ist eine „Zusatzinformation“ zum Artikel: Ursachen der Arteriosklerose

Dieser Beitrag wurde am 23.08.2008 erstellt und letztmalig am 05.02.2017 bearbeitet.

Datum: Sonntag, 5. Februar 2017 12:34
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10 Kommentare

  1. 1

    Sehr geehrter Herr Gräber !
    Ihre Informationen sind mir sehr wichtig, auch erlebte ich Sie im Selbstheilungskongreß.
    Ich habe ein Problem: 2010 Lungenembolie m.Venenthrombose li. Unterschenkel, 2013 Venenthrombose re. Unterschenkel, 2016 Venenthrombose re.US. 4 Monate Injekt.m.Clexane.
    Jetzt möchte ich nicht die üblichen Blutverdünner nehmen. 2016 hatte ich m.Nattokinase 3 x 1 versucht, dennoch die genannte Thrombose. Raten Sie mir weiterhin zu Nattokinase und evtl. OPC v.Robert Franz? Oder können Sie mir eine andere Empfehlung geben. Ich bin in 2 Monaten 79 J.alt. Herr Gräber, über eine Empfehlung Ihrerseits bin ich Ihnen sehr verbunden.
    Bitte, lassen Sie mich wissen, welchen Betrag ich an Sie überweisen möchte.
    Es grüßt Sie sehr herzlich,
    L. Knaur

    Antwort rené Gräber:
    Liebe Frau Knaur, überweisen müssen Sie gar nichts. Ich darf auch gar keine Fernebratung durchfürhen für den Einzelfall.
    Aber allgemein kann ich sagen: „Nur“ Nattokinase alleine reicht aus meiner Sicht nicht.
    Da braucht es schon etwas mehr. Ich habe vor Kurzem hier einen Beitrag zu möglichen Alternativen Gerinnungshemmern veröffentlicht:
    http://www.symptome.ch/blog/blut-gerinnungshemmer-alternativen/
    Darüberhinaus rate ich zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt:
    http://www.gesund-heilfasten.de/Uebersaeuerung_und_Ernaehrung.html
    Und einigen Heilpflanzen und homöopathischen Mitteln.
    Ich würde raten: Suchen Sie sich einen versierten Kollegen / Kollegin vor Ort, der sie begleitet…

  2. 2

    Sehr geehrter Herr Gräber,
    habe hochgradige Verengung der Halsschlagadern. Rechts ist die Halsschlagader zu. Welche Möglichkeiten gibt es, um die Ablagerungen zu entfernen? Ich werde Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir helfen könnten.Bin 74 Jahre alt.
    Herzliche Grüße H.Appelt

    Antwort René Gräber:
    In meinem Beitrag: http://www.naturheilt.com/Inhalt/Arteriosklerose.htm
    gehe ich auf einige alternative Verfahren ein.
    Ich habe das mit Heilfasten, Vitalstoffen, Homöopathie, Bewegung (Gefäßelastizität!) hinbekommen. Da es bei Ihnen aber schon sehr weit fortgeschritten ist, rate ich zu einem Kollegen vor Ort, der Sie da begleitet. Eine Sauerstoff-Ozon-Therapie kämme evt. auch in Frage, muss aber individuell geprüft werden. ALLES GUTE!!

  3. GastKlaus Jürgen Obergfell
    Donnerstag, 16. März 2017 22:37
    3

    Das mit dem Cholesterin, ist nicht korrekt,
    die Cholesterin Untergrenze wurde immer
    weiter nach unten gesetzt, um die Cholesterin-Senker an den Mann und Frau
    bringen, soweit ich informiert bin ist ein
    zu niedriger Cholesterin-Wert sogar gefähr-
    lich,außerdem ist Cholesterin wichtig für
    die Gehirnfunktion.

  4. 4

    Sehr geehrter Herr Gräber,
    Ich bin vermutlich wieder der Sonderfall, der trotz Sport/Normalgewicht,Ergometer-
    training, Nieraucher,normale fettarme Kost, viel Obst/Gemüse, jährliche Blutkontrolle, Normblutwerte, Cholesterin/Tryclicerin immer im Normbereich, keine Beschwerden, plötzlich bei einer Routineuntersuchung eine schwere koronare 3-Gefäßerkrankung festgestellt wurde (Riva 95%, RCX/RCA 99% Verschluß). 9 Jahre vorher hatte ich wegen Asystolie (keine Ursachen gefunden) eine Herzkathetersuchung, die freie und durchgängige Koronargefäße aufwies. All diese Besonderheiten veranlaßten mich, als Dip.-Ing. (FH)über/mit Ärzte tätig zu werden. Weder HZ-Dresden, Stoffwechselklinik/Uni-Klinik Dresden fanden Ursachen. Ich bin heute in der Lage, aufgrund meiner Blutgruppe (A2B)durch tägliche Minimalgabe Leinöl/5 ml,Berillaöl, Weizenkeime etc. meinen LDL Wert seit 3 Jahren bei 1,1 bis 1,0 mmol/l zu halten. Triglic. <1,0 mmol/l zu halten. Ich bin der Meinung, dass der Mensch hauptursächlich selbst verantwortlich bleibt, er sich um gesunde Lebensweise sich bemühen muß und im Untersuchungsfall so viel als mögliche Informationen seinen Arzt geben muß, ein Team im eigenen Interesse bilden muß, das jedoch in den normalen 8 Minuten beim Hausarzt nicht möglich ist. Durch Eigeninitiative und durch meine "Schutzengelbrigade" bin ich im 4. Leben.

  5. 5

    Hallo Herr Gräber,
    ich habe den Artikel sehr genau verfolgt. Nun bin ich wirklich auf der Suche nach gutem verfügbaren Vitamin B Komplex evtl. mit Folsäure), wenn es das gibt?
    Bei mir wurde Vitamin B Mangel festgestellt und was der verursachen kann weiß ich alles. Können Sie mir ein geeignetes Produkt empfehlen und natürlich hochdosiert?
    Vielen Dank

  6. 6

    Hallo Herr Gräber, ich lese Ihre Seite erst seit kurzer Zeit. Ich hätte jetzt eine Frage. Bei mir wurde im Fitness-Studio aufgrund eines Re-Yeck festgestellt, dass meine Oberschenkel innerhalb von 9 Monaten um 5 cm zugenommen haben. Es liegt aber sicher nicht am Sport. ( 1x die Woche). Mir wurde geraten ich sollte einen Arzt aufsuchen, da es sich wahrscheinlich um Eiweißablagerungen handelt und um Lympfmassagen zu bekommen. Kann ich sonst noch etwas unternehmen bis ich einen Termin beim Arzt bekomme:
    vielen Dank

  7. 7

    Ist Heiilfasten im hohen Alter eigentlich sinnvoll Alter 89
    Danke für Antwort

  8. 8

    Hallo Herr Gräber, der Frage von Herrn/Frau Glöckner möchte ich mich anschließen. Ist Heilfasten in einem Alter von 78 Jahren noch ratsam.
    Und was halten sie von Astaxanthien ?
    Vielen Dank

  9. 9

    Hallo Herr Gräber,

    ein sehr informativer Artikel. Vielen Dank!

    Vielleicht kann ich noch etwas zur Ergänzung beitragen: Schwermetalle stehen ebenfalls in Verdacht, Arteriosklerose zu verursachen. Chelate wie EDTA werden nicht nur bei der Schwermetallentgiftung, sondern auch gegen die Gefäßablagerungen eingesetzt. Hilfreich dürften demnach auch Modifizierte Zitruspektine sein. Außerdem sollen Kurkuma und Alpha-Liponsäure sehr gut helfen.

    Ihre Meinung dazu würde mich sehr interessieren.
    Danke!

  10. 10

    Ein Servus aus Wien!

    Ich finde Ihre Beiträge mutig und interessant. Ich habe eine Anmerkung zur Blutgefäßferengung. Angeblich forscht das Wiener AKH am Beleg der Therorie, dass Gefäßverengung auch durch Viren ausgelöst werden kann. Dabei wurde erwähnt, dass sich Viren in der Gefäßwand absetzen können und somit Angriffsfläche für Ablagerung bieten. Leider habe ich für sie keinen Beleg, da ich das in den regionalen TV Sendern sah. lg Anton

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